Die größte evangelische Orgelanlage in Deutschland
Die größte evangelische Orgelanlage in Deutschland
Nürnberger Lorenzkirche feiert Abschluss eines Mammutprojekts (mit Bild)
In der Nürnberger St. Lorenz-Kirche ist die größte Orgelanlage in einer evangelischen Kirche in Deutschland entstanden. Nach vier Jahren reiner Bauzeit ist für 2,75 Millionen Euro Gesamtkosten das raumfüllende Klangkonzept wiedererstanden, das die Lorenzkirche, in der traditionell die bayerischen Landesbischöfe in ihr Amt eingeführt werden, in der Vorkriegszeit auszeichnete. In einem vom Bayerischen Rundfunk live übertragenen Festgottesdienst mit Landesbischof Johannes Friedrich findet am Sonntag, 26. Juni, die Einweihung statt.
Die Lorenzer Klanglandschaft besteht nun aus drei Orgeln mit zusammen 165 Registern, die von einem gemeinsamen Spieltisch aus bedient werden können. Ihr Klang soll den spätgotischen Bürgerdom mit seinen bis zu 1.500 Plätzen wieder so füllen, wie es vor dem Krieg war, bevor alliierte Bomben die Lorenzer Orgelherrlichkeit vernichteten. 1997 begannen die Planungen zur Rekonstruktion der Orgel-Trias, die nach der grundlegenden Renovierung der Hauptorgel und dem Einbau einer Chororgel jetzt mit dem Umbau der Laurentiusorgel zu Ende ging. Schon im Mittelalter reichte eine Orgel nicht aus, um das immense Raumvolumen zu füllen.
Für die 2.500 Mitglieder zählende Altstadt-Gemeinde war das Orgelprojekt nach den Worten von Dekan Christian Schmidt "auch finanziell ein Mammutunternehmen". Um so zufriedener ist er, dass bereits 90 Prozent der Bausumme aufgebracht sind. "Quer durch alle Bevölkerungsschichten egal wie stark die kirchliche Bindung ist, ist das als bürgerschaftliche Aufgabe verstanden worden", sagte er.
Allein 130.000 Euro kamen von Bürgern, die Orgelpfeifen sponserten und dafür ihren Namen eingravieren lassen durften. Die Gemeinde verkaufte Orgelwein und Orgelstifte, Kunstkalender, Bücher und Einkaufstaschen mit dem Aufdruck "Den Himmel spüren, die Orgel hören". Größte Zuschussgeber waren die Zukunftsstiftung der Nürnberger Sparkasse und die Bayerische Landesstiftung. Besonders gefreut hat sich Schmidt über das sprichwörtliche "Scherflein der Witwe", die ihm in einem Säckchen 25 Euro in Münzen vorbeibrachte. Musikalisch ausgereizt wird das ganze Klangvolumen erstmals am Sonntagabend bei einem Festkonzert im Rahmen der Internationalen Orgelwoche Nürnberg.
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