Matthias-Claudius-Kapelle des Diakonisches Werk Bayreuth eingeweiht (mit Bild)
Matthias-Claudius-Kapelle des Diakonisches Werk Bayreuth eingeweiht (mit Bild)
Bayerns jüngste evangelische Kirche ist am Wochenende in Bayreuth eingeweiht worden. Die neue Matthias-Claudius-Kapelle dient künftig als Andachtsstätte für ein benachbartes Altenheim und das Heilpädagogische Zentrum der Diakonie sowie als Stadtteilkirche für die evangelische Kreuzkirchengemeinde.
Das Diakonische Werk Bayreuth finanzierte nach Angaben seines Geschäftsführers Uwe Manert den 720.000 Euro teueren Sakralbau ohne jegliche Zuschüsse aus öffentlichen oder landeskirchlichen Mitteln. Das Geld stamme aus dem Verkauf des Nachbargrundstücks, auf dem ein privater Bauträger in den letzten Jahren das neue Matthias-Claudius-Altenheim errichtet hat. Weil in diesem Neubau keine Andachtsstätte integriert worden sei, habe die Bayreuther Diakonie die Eigeninitiative ergriffen, so Manert.
Bei der Einweihung am Samstag würdigte der Bayreuther Oberbürgermeister Dieter Mronz das "mutige Zeichen", das die Diakonie vor dem Hintergrund leerer öffentlicher Kassen gesetzt habe. "Ein solches Zeichen rechnet sich vielleicht nicht, aber es vermittelt den Menschen Werte, die sich nicht in Geld auszahlen lassen." In seiner Predigt verwies der Bayreuther Dekan Hans Peetz auf den diakonischen Auftrag, sich auch für Menschen einzusetzen, die nichts zum Bruttosozialprodukt beitragen. Sie dürften nicht nur als Kostenfaktor betrachtet werden, sondern hätten auch Anspruch auf ein geistliches Umfeld.
Als ein "Bauwerk gegen den Trend" bezeichnete der ausführende Architekt Karl-Heinz Greim den Neubau. Während von 1945 bis 1975 in Deutschland rund 8.000 Kirchen neu gebaut worden seien, könne man die neuen Sakralbauten der letzten Jahre an einer Hand abzählen, so Greim.
Die neue Matthias-Claudius-Kapelle ist in ihrer "kristallinen Form" (Greim) eine architektonische Besonderheit. Sie wurde in einer so genannten transluzenten Konstruktion errichtet: Die verspiegelte Fassade wirkt schwarz, der Innenraum wird durch die mehr als 200 Glaselemente mit hellem Licht durchflutet. Im ganzen Gebäude gibt es - bis auf den Eingangsbereich - keinen rechten Winkel. Den Raum prägt ein Holzkreuz, das der Mecklenburger Bildhauer Walter Green geschaffen hat.
Ein epd-Bild mit der Nummer b051010 kann bestellt werden unter Telefon 089/12172140.


