Gegen "Katz-und-Maus-Spiel" mit Neonazis.

Meldung lang | epd - Landesdienst Bayern

Gegen "Katz-und-Maus-Spiel" mit Neonazis.

Regionalbischof Beyhl beklagt erneut rechtsradikale Umtriebe in Wunsiedel

Gegen ein "Katz-und-Maus-Spiel mit Neonazis" hat sich Oberfrankens evangelischer Regionalbischof Wilfried Beyhl (Bayreuth) in einer Presseerklärung vom Dienstag verwahrt. Anlass ist eine angekündigte Ersatzdemonstration Rechtsradikaler auf dem Wunsiedler Marktplatz, die beim zuständigen Landratsamt für den 4. September angemeldet wurde. Geplant ist auch ein Aufzug der Neonazis durch die Stadt. Gegen eine solche Versammlung unter dem Deckmantel einer Wahlkampf-Veranstaltung der NPD ist nach Beyhls Einschätzung eine juristische Lösung kaum möglich.

"Wunsiedel hätte eine Zeit des Durchatmens und der Ruhe verdient", betont Beyhl in seiner Erklärung. Angesichts der NPD-Veranstaltung gewinne der geplante ökumenische Friedensgottesdienst der beiden großen Kirchen am 4. September um 14 Uhr auf dem Marktplatz eine besonders aktuelle Bedeutung. In ihm soll des Kriegsbeginns vor 60 Jahren gedacht werden. Sprachlosigkeit, Hoffnung, Wut und Angst der Menschen könnten auf diese Weise einen angemessenen Ort finden, sagte Beyhl. Zugleich könne mit diesem Gottesdienst ein Zeichen gesetzt werden, das Wunsiedel weiter an seiner Vision einer bunten und friedlichen Stadt festhalte.

(Artikel vom 23.08.2005)