Hausgemeinschaften sollen sich um alte Mitbewohner kümmern
Hausgemeinschaften sollen sich um alte Mitbewohner kümmern
Verband bayerischer Wohnungsunternehmen setzt auf Nachbarschaftsgedanken
Genossenschaftswohnungen können nach Ansicht des Verbandes bayerischer Wohnungsunternehmen zu einem Modell für das Leben im Alter werden. Verbands-Chef Heinz-Werner Götz forderte die Wiederbelebung des Nachbarschaftsgedankens. Sonst werde es zu einem "Wohnnotstand im Alter" kommen, sagte er am Donnerstag vor Journalisten in Nürnberg.
Die Zahl alter Menschen nehme zu, aber nur wenige könnten sich in teuere Seniorenresidenzen einkaufen, sagte er. Der Bau günstigerer Altenheimplätze sei jedoch durch den Ausstieg Bayerns aus der Baufinanzierung ins Stocken geraten. Auch die Hoffnung auf Senioren-Wohngemeinschaften sei unrealistisch. "Bei zehn Leuten über 80 hat die wechselseitige Hilfefähigkeit enge Grenzen", erklärte er. Eine Lösung liege in der Bildung von altersgemischten Hausgemeinschaften unter dem Dach von Wohnungsgenossenschaften.
Das bedeute, dass der junge Familienvater der 70-Jährigen die Einkaufstüten in die Wohnung trage. Im Gegenzug könne die Aushilfs-Oma den Nachwuchs der Nachbarn stundenweise unter ihre Fittiche nehmen. Organisiert werden könnten solche Selbsthilfevereinbarungen durch Nachbarschaftsvereine, die sich in den Wohnanlagen gründen müssten. Götz räumte ein, dass es bisher noch kein überzeugendes Beispiel für die Einbindung junger Familien in solche Projekte gebe. Die drei bayerischen Modellvorhaben steckten noch in den Kinderschuhen.
Im Verband bayerischer Wohnungsunternehmen sind 481 genossenschaftliche, kirchliche und kommunale Wohnungsunternehmen zusammengeschlossen. Jeder fünfte Mieter in Bayern lebt in einer ihrer Wohnungen.


