Licht und Schatten in der Kirche
Licht und Schatten in der Kirche
Landesbischof Friedrich beim 100. Kirchweihjubiläum in Laufach
Die Kirche Jesu Christi gründet sich auf Menschen mit Licht und Schatten. Dies hat Landesbischof Johannes Friedrich im Festgottesdienst zum 100. Kirchweihjubiläum der Petruskirche in Laufach (Kreis Aschaffenburg) am 1. November betont. Das die evangelische 1300-Seelengemeinde im Spessart den von der katholischen Kirche als Gründer und ersten Papst verehrten Apostelfürsten zum Namenspatron ihrer Kirche erwählte, war für den Landesbischof Anlass, sich mit evangelischen Vorurteilen auseinander zu setzen.
"Protestantischer Sortiergeist", so Friedrich, verleite manchmal zu einseitiger Bewertung des Apostels Paulus als Lichtgestalt und des Jesus-Jüngers Petrus als "Schattenmann". Dabei dürfe die herausragende Rolle Petri im frühen Christentum nicht übersehen werden. Nach den Evangelien habe dieser zwar Jesus mehrfach verleugnet, sich aber auch zu ihm als lebendigen Sohn Gottes bekannt und von ihm die Zusage erhalten, der Fels zu sein, auf den er seine Kirche bauen wolle.
Es sei biblische Erkenntnis, dass Christus auf Menschen wie Petrus setzt, machte der Landesbischof deutlich. Petrus sei in keiner Weise heiliger als andere gewesen. Menschen mit ihren Stärken und Schwächen würden jedoch zu Lichtgestalten, wenn das Licht des Evangeliums und die vergebende Liebe Christi auf sie falle. Die Laufacher Petrusgemeinde bezeichnete Friedrich als "sichtbare Einladung" an alle Mühseligen und Beladenen, diese Leuchtkraft immer wieder neu von Christus zu empfangen und in Treue zum Evangelium auf andere Menschen ausstrahlen zu lassen.


