Bibelfeste Oberbürgermeister-Kandidaten

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Bibelfeste Oberbürgermeister-Kandidaten

Bayreuther Wahlkampf-Einsatz auf ungewohntem Parkett

Die drei Bewerber um das Amt des Bayreuther Oberbürgermeisters haben sich im Wahlkampf auf ungewohntem Parkett bewährt. An drei verschiedenen Tagen der Bußtagswoche übernahmen sie auf Einladung des Bayreuther Dekans Hans Peetz die Kurzpredigt in der Gottesdienstreihe "Fünf nach fünf" in der Spitalkirche am Marktplatz. Dabei stellten sie jeweils ein Bibelwort in den Mittelpunkt.

SPD-Kandidat Ulrich Pfeifer, Wirtschaftsreferent der Stadt Bayreuth, wählte für seine soziale Botschaft ein Wort des Propheten Jesaja aus: "Brich mit den Hungrigen das Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus." Soziale Stadtpolitik, so Pfeifer, könne nur auf der Grundlage des christlichen Glaubens geschehen. Die Kandidatin der Bayreuther Gemeinschaft/Freie Wähler, Stadträtin Brigitte Merk-Erbe, entschied sich ebenfalls für ein Prophetenwort: "Suchet der Stadt Bestes und betet für sie, denn wenn es ihr wohl ergeht, so geht es auch Euch wohl." Das Beste, so die Kandidatin, sei nicht in Gesetzen und Verordnungen zu finden. sondern in der menschlichen Zuwendung mit Toleranz und Nächstenliebe.

Von einem der bekanntesten Psalmen (Nr. 23) wählte der CSU-Kandidat, Bezirksrat Michael Hohl, einen relativ unbekannten Vers aus: "Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde, Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein." Er habe mit seiner Ansprache Mut, Zuversicht und Aufbruchstimmung verbreiten wollen - gegen Angst und Verzagtheit, sagte Hohl. Nach den Worten von Dekan Hans Peetz bietet gerade die Bußtagswoche einen Anlass, über die Verantwortung der Christen in der Gesellschaft nachzudenken.

(Artikel vom 18.11.2005)