Landesbischof Friedrich: Jugendarbeit ist Pflichtaufgabe der Gemeinden

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Landesbischof Friedrich: Jugendarbeit ist Pflichtaufgabe der Gemeinden

Vor dem Hintergrund der Unruhen in Frankreich hat der bayerische evangelische Landesbischof eine stärkere Förderung von zugewanderten Jugendlichen angeregt. Gleichgültigkeit gegenüber Jugendlichen, die ohne Zukunftsperspektive in "miserablen Wohnghettos" sitzen, führe zu blinder Zerstörungswut, sagte der Bischof am Montag zum Auftakt der in Weißenburg tagenden Landessynode. Die Integration dieser Jugendlichen bleibe eine wichtige Aufgabe für die Kirche. Wie Initiativen der berufsbezogenen Jugendhilfe zeigten, könne auch Jugendlichen, die sich in schwierigen Lebenssituationen befinden oder am Rande der Gesellschaft stehen, eine Berufsausbildung ermöglicht werden.

In seinem Bericht vor den 108 Synodalen zum Schwerpunkt Jugendarbeit beklagte Friedrich die zurückgehende "evangelische Sozialisation" bei Kindern und Jugendlichen. Evangelischer Glaube sei etwas Anderes als die Formen "diffuser Religiosität", die heute vielfach in der Erziehung anzutreffen seien. Deshalb müsse die Jugendarbeit eine "Pflichtaufgabe" der Gemeindepfarrer sein und zum Kernbereich der Gemeinden gehören, betonte der Bischof. In der bayerischen evangelischen Jugendarbeit sind 12.000 Ehrenamtliche aktiv, ihre Gruppen und Veranstaltungen erreichen rund 140.000 Kinder und Jugendliche.

Zur Situation der bayerischen Landeskirche mit rund 2,7 Millionen Protestanten sagte der Bischof, dass die Mitgliederzahl "nicht dramatisch" gesunken sei und auch der Gottesdienstbesuch nicht zurück gegangen sei. In der Ökumene sei es allerdings zu einem Stillstand gekommen. Sowohl die römisch-katholische wie auch die evangelischen Kirchen seien mit Standortbestimmungen beschäftigt. Dies sei nötig, um wieder "Schwung für den nächsten ökumenischen Aufbruch" zu bekommen, sagte Friedrich.

(Artikel vom 21.11.2005)