Früherer Bischof der Altkatholiken beigesetzt
Früherer Bischof der Altkatholiken beigesetzt
Trauerfeier für Sigisbert Kraft in Würzburg
Würzburg (epd) Der frühere Bischof des Katholischen Bistums der Alt-Katholiken in Deutschland, Sigisbert Kraft, ist im engsten Familienkreis auf dem Würzburger Hauptfriedhof beigesetzt worden. Dies bestätigte ein Sprecher der Diözese Würzburg am Mittwoch dem epd. Kraft, der nach langer Krankheit im Alter von 78 Jahren in der Nähe von Karlsruhe gestorben war, galt als Motor der altkatholischen Bewegung in Deutschland. In seine Amtszeit fällt die Einbeziehung von Frauen ins Diakonen-, Priester- und Bischofsamt. Der promovierte Liturgiewissenschaftler und ausgewiesene Ökumene-Experte wurde zudem durch Publikationen und Kirchenlieder bekannt. Kraft hinterlässt eine Ehefrau, vier Kinder und vier Enkelkinder.
Der in Würzburg aufgewachsene Kraft wurde nach dem Theologiestudium vom damaligen Würzburger Bischof Julius Döpfer 1952 zum römisch-katholischen Priester geweiht. Anschließend war Kraft Kaplan in Kitzingen und ab 1954 Religionslehrer in Aschaffenburg. 1961 trat er zur altkatholischen Kirche über, die ihn nach Einsätzen als Vikar in Mannheim und Pfarrer in Karlsruhe 1985 zum Bischof wählte. Dieses Amt hatte er zehn Jahre inne.
Die Alt-Katholische Kirche versteht sich als katholische Reformkirche die sich nach eigenen Angaben zu den wesentlichen Lehren der christlichen Kirche des ersten Jahrtausends bekennt. Sie wurde aus Protest gegen die im Jahr 1870 auf dem Ersten Vatikanischen Konzil in Rom verkündeten Dogmen von der Unfehlbarkeit des Papstes und seines "Jurisdiktionsprimats" gegründet und zählt heute in Deutschland etwa 25.000 Mitglieder. Mit der anglikanischen Kirche verbindet sie volle Kirchengemeinschaft, mit der evangelisch-lutherischen Kirche die wechselseitige Anerkennung des Abendmahls.)


