Diakoniepräsident Markert gegen einseitigen Ausbau der Palliativmedizin

Meldung lang | epd - Landesdienst Bayern

Diakoniepräsident Markert gegen einseitigen Ausbau der Palliativmedizin

Sterbebegleitung muss in Alten- und Pflegeheimen zentrales Thema werden

In der Debatte um Sterbebegleitung hat sich der bayerische Diakoniepräsident Ludwig Markert gegen den einseitigen Ausbau der Schmerztherapie gewandt. Die neue Initiative der Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz und der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin zur Verbesserung der schmerzlindernden Versorgung schwerstkranker Patienten dürfe nicht zu einer finanziellen Schieflage und Parallelstrukturen führen, warnte Markert am Mittwoch in Bad Kissingen bei der Eröffnung eines diakonischen Stiftes. Neben weiteren ambulanten Diensten und Hospizzentren müsse auch künftig im Krankenhaus und im Pflegeheim eine gute Sterbebegleitung und Palliativbetreuung etabliert werden.

Die meisten Menschen sterben in stationären Einrichtungen, fügte der Diakoniepräsident hinzu. Alten- und Pflegeheime müssten deshalb finanziell und inhaltlich unterstützt werden, "wenn sie eine qualifiziere Begleitung in der letzten Lebensphase anbieten sollen." Seinen Angaben zufolge leben derzeit etwa 20 Prozent der Menschen über 80 Jahre und die Hälfte der über 90-Jährigen in Heimen.

Bei allen Anstrengungen, die Hospizarbeit zu fördern, spielten die Alten- und Pflegeheime eine zentrale Rolle. Markert verwies auf den Bericht der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages "Ethik und Recht der modernen Medizin". Danach werde es eine der größten Herausforderungen der nächsten Jahre sein, "die palliativmedizinische und palliativpflegerische Kompetenz in den Einrichtungen zu integrieren."

(Artikel vom 08.02.2006)