Bettenabbau in Bayerns Kliniken geht weiter

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Bettenabbau in Bayerns Kliniken geht weiter

Sozialministerin: Krankenhäuser sollen mehr kooperieren – SPD übt Kritik

Der Bettenabbau in bayerischen Krankenhäusern geht weiter. Sozialministerin Christa Stewens (CSU) sprach am Donnerstag in München von einer notwendigen Entwicklung auf Grund veränderter bundesrechtlicher Rahmenbedingungen. Allein in den vergangenen beiden Jahren seien mehr als 3.500 Betten abgebaut worden, sagte die Ministerin bei den Beratungen zur Novellierung des Bayerischen Krankenhausgesetzes.

Mit der bayerischen Gesetzesnovelle könne weiterhin eine bedarfsgerechte, leistungsfähige und bürgernahe Krankenhausversorgung gesichert werden, unterstrich Stewens. Kritik an der bayerischen Klinikpolitik hatte im Vorfeld die SPD-Fraktion im Landtag geübt.

Die Opposition warnte davor, dass die Krankenhausversorgung künftig nur noch in großen Ballungszentren gewährleistet werden könne. Die Staatsregierung fördere das "schleichende Krankenhaussterben" in Bayern, erklärte Jochen Wahnschaffe, sozialpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion. In Bayern gibt es nach Angaben Stewens´ derzeit 394 Krankenhäuser mit insgesamt 75.805 Betten und 2.420 teilstationären Plätzen.

Laut Stewens ist die durchschnittliche Dauer eines Klinikaufenthalts in Bayern ist innerhalb eines Jahrzehnts um 2,7 Tage gesunken. Während sie 1994 noch bei 11,2 Tagen lag, seien die Patienten 2004 bereits nach 8,5 Tagen entlassen worden. Wie die Ministerin vor dem Sozialpolitischen Ausschuss weiter erklärte, soll die staatliche Förderung pro Jahr in Zukunft nicht mehr allein von der Bettenzahl abhängen, sondern auch von den medizinischen Leistungen eines Krankenhauses. Zudem wolle das novellierte Gesetz den Krankenhausträgern mehr Möglichkeiten bieten, eigenverantwortlich zu wirtschaften und die Einrichtungen dabei unterstützen, vermehrt untereinander zu kooperieren.

(Artikel vom 09.03.2006)