Glockengeläut für neuen Stadtteil

Korrespondentenbericht | epd - Landesdienst Bayern

Glockengeläut für neuen Stadtteil

Am Mittwoch wird das ökumenische Kirchenzentrum Riem eingeweiht (Korrespondentenbericht)(mit Bild)

Von Susanne Petersen

Es ist das dritte ökumenische Kirchenzentrum Münchens und wahrscheinlich einer der letzten kirchlichen Neubauten in der Landeshauptstadt: Am kommenden Mittwoch weihen Landesbischof Johannes Friedrich und Kardinal Friedrich Wetter die Sophienkirche und St. Florian im neuen Stadtteil "Messestadt Riem" ein. Das Projekt wurde nach zweieinhalb Jahren Bauzeit pünktlich zur Bundesgartenschau in Riem fertig gestellt. Der Gebäudekomplex, den der Münchner Architekt Florian Nagler entworfen hat, hat insgesamt 20,6 Millionen Euro gekostet.

Wer künftig in die Messestadt fährt, kommt am neuen Kirchenzentrum kaum vorbei: Schon vom U-Bahn-Ausgang ist der 38 Meter hohe Campanile mit dem dezenten Kreuz zu sehen. Direkt hinter dem Einkaufszentrum der Riem-Arcaden lädt der baumbestandene Platz der Menschenrechte vor den Kirchen zur Rast. Wer dem hektischen Treiben der Shopping-Meile entfliehen will, kann sich hinter die hohen weißen Mauern zurückziehen, von denen die Sophienkirche und St. Florian umgeben sind. Im Inneren des Kirchenzentrums findet er stille Innenhöfe und kühle Kirchenräume.

In der katholischen Kirche findet sich das mit 120 Quadratmetern Fläche größte zusammenhängende Glasbild Europas, geschaffen von der Künstlerin Hella Santarossa. Der evangelische Sakralraum wird von den Stahl- und Tonarbeiten der Bildhauerin Madeleine Dietz geprägt. Hundert Gottesdienstbesucher finden in der Sophienkirche Platz. Wenn die noch im Bau befindliche Messestadt fertig gestellt ist und rund 16.000 Menschen in dem neuen Stadtteil wohnen, wird die evangelische Gemeinde etwa 2.500 Gemeindeglieder groß sein.

Etwa ein Drittel der Kosten des Kirchenzentrums übernimmt die evangelische Kirche. 4 Millionen Euro entfallen dabei auf das Dekanat, 2,5 Millionen Euro trägt die Landeskirche. Pfarrer der Sophienkirche ist Jörg Hellmuth, der sich vor der Herausforderung sieht, eine komplett neue Gemeinde aufzubauen. Er profitiert dabei von der hohen Anzahl junger Familien in der Messestadt und davon, dass viele Bewohner des Reißbrettviertels auf der Suche nach einem gemeinsamen Treffpunkt sind. "Als unsere neuen Glocken geläutet haben, hatten viele zum ersten Mal das Gefühl von Heimat", sagt der junge Pfarrer. Die Einweihungsfeiern beginnen am Mittwoch um 17 Uhr mit einem gemeinsamen Gebet auf dem Platz der Menschenrechte. Anschließend finden getrennte Gottesdienste in den beiden Kirchen des ökumenischen Zentrums statt.

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(Artikel vom 02.05.2005)