Glockenläuten begleitet die Erinnerung an das Kriegsende
Glockenläuten begleitet die Erinnerung an das Kriegsende
Pfarrer hat ein "Europäisches Glockenrequiem" komponiert (Korrespondentenbericht)
Von Heinz Brockert
Ein zeitgleiches Läuten der Kirchenglocken in Europa zum Gedenken an das Kriegsende vor 60 Jahren wird es nicht geben. Aber Pfarrer Dieter Hornemann (60) aus dem oberbayerischen Prien am Chiemsee, der diesen Vorschlag Anfang des Jahres auf den Weg gebracht hat, ist dennoch zufrieden. Einzelne Kirchengemeinden in ganz Deutschland werden ihre Glocken am 8. Mai zwölf Minuten lang läuten - aus Dankbarkeit über das Ende von zwölf Jahren Nazi-Terror in Europa. Gemeinden in Belgien, Österreich und Slowenien haben sich bei ihm nach dem Projekt erkundigt. Und in Russland, der Ukraine und Polen werden Sendungen über die Initiative ausgestrahlt.
Hornemann hat aus dem Geläut von Kirchenglocken aus ganz Europa ein "Europäisches Glockenrequiem" von zwölf Minuten komponiert und auf CD gebrannt. Seine Idee war, dass europäische Rundfunkanstalten dieses Glockenwerk am 8. Mai gleichzeitig senden und im Anschluss daran die örtlichen Glocken geläutet werden. "Wenn ich einen Stab von Mitarbeitern gehabt hätte, hätte das Projekt eine echte Chance bekommen", sagt der Vater von sechs Kindern und Großvater von vier Enkeln. So aber musste er sich mit Einzelerfolgen bescheiden. Traurig macht ihn, dass er von keiner einzigen ARD-Landesanstalt eine Antwort auf seine Anregung bekommen hat.
Die "Glockensymphonie", die er für das Gedenken an das Kriegsende komponiert hat, wird von einem Glockenruf aus dem polnischen Posen eingeleitet, an das ein "Glockenkreuz von Ost nach West (Rostow bis London) und Nord nach Süd (Helsinki bis Rom) gezogen wird", wie er sagt. Das Requiem endet mit der Gefallenenglocke von Rovereto in Italien. "Das ganze Läuten an diesem Tage hört nur der liebe Gott, aber der gleichzeitige Klang der Glocken wird die Menschen in Europa verbinden", sagt der Buchautor und Gründer von Gemeinden der Christengemeinschaft in Moskau, St. Petersburg, Kiew und Odessa.
Die CD wird, wie er sagt, am 16. Mai bei der feierlichen Eröffnung eines russisch-deutschen Kulturzentrums in Brandenburg im Beisein des deutschen und des russischen Botschafters zu hören sein. Kontaktaufnahme mit Hornemann ist über e-Mail Dieter@Hornemann.de möglich.


