Hospizverband beklagt ausufernde Bürokratie
Hospizverband beklagt ausufernde Bürokratie
3.300 Hospizhelfer arbeiten in den 73 bayerischen Hospizvereinen
Die ausufernde Bürokratie gefährdet nach Beobachtung des Bayerischen Hospizverbandes zunehmend die Hospizarbeit. Vor der Mitgliederversammlung des Bayerischen Hospizverbandes am Wochenende sagte die Vorsitzende, die Amberger Bundestagsabgeordnete Barbara Lanzinger, in Bayreuth: "Wir haben Angst, dass für unsere Leitidee überhaupt noch Raum und Zeit bleibt." Im Palliativ- und Hospizbereich drohe die gleiche Fehlentwicklung wie im gesamten Bereich der Gesundheitspolitik. Auf der Strecke bleibe der Mensch. Der Vorsitzende des Bayreuther Hospizvereins, Stefan Sammet, klagte bei der Versammlung: "Wir werden mit Bürokratie zugeschüttet."
Der parlamentarische Geschäftsführer der CSU Bundestagsfraktion, Hartmut Koschyk (Bayreuth), sagte, über alle Parteigrenzen hinweg gebe es im Bundestag eine größtmögliche Koalition, die beim Leistungsrecht für den Palliativbereich und die Hospizarbeit sichtbare Zeichen setzen wolle. Gerade diese Bereiche seien ein Maßstab für die Menschlichkeit des deutschen Gesundheits- und Sozialsystems. "Wir dürfen nicht die Augen verschließen vor der Diskussion über aktive Sterbehilfe", sagte Koschyk bei der Veranstaltung.
Dem Bayerischen Hospizverband gehören gegenwärtig 73 Hospizvereine mit insgesamt 16.800 Einzelmitgliedern an. Nach Verbandsschätzung leisten gegenwärtig 3.300 ehrenamtliche Hospizhelfer jährlich rund 180.000 Arbeitsstunden. Mehr als 4.000 Sterbende würden auf ihrem letzten Weg begleitet.


