Hamm-Brücher: Bonhoeffer gehört zur "geistigen Grundausstattung"

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Hamm-Brücher: Bonhoeffer gehört zur "geistigen Grundausstattung"

Frühere Staatsministerin zu Gast beim evangelischen Dekanat München

(Sperrfrist: Mittwoch, 5. April, 1800)

Auf eine einsame Insel würde die Politikerin Hildegard Hamm-Brücher die Schriften des NS-Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer mitnehmen. "Das geistige Erbe des Theologen gehört zu meiner politischen und religiösen Grundausstattung", erklärte die frühere Staatsministerin am Mittwoch beim Jahresempfang des evangelisch-lutherischen Dekanats München laut einem dem epd vorliegendem Grußwort.

Auch heute könne die Auseinandersetzung mit Bonhoeffers Schriften christliche und politische Überzeugungen von Freiheit, Mündigkeit, Verantwortung und Menschenwürde prägen. So teile sie etwa Bonhoeffers Ansicht, dass man sich der säkularisierten Welt nicht verschließen dürfe, sondern sich der "Zugluft des modernen Denkens" aussetzen müsse, sagte Hamm-Brücher, die 1994 für die FDP als Bundespräsidentin kandidierte. 2002 war sie nach über 50 Jahren FDP-Mitgliedschaft aus Protest gegen die antiisraelischen Positionen des inzwischen verstorbenen Jürgen W. Möllemann aus der Partei ausgetreten.

In Bezug auf "Gottvertrauen" könne Bonhoeffer den Menschen heute ein Vorbild sein. Der evangelische Theologe habe vorgelebt, dass Gottvertrauen "Halt, Rückhalt und Zuversicht" gebe und die Menschen zu Widerstand und Ergebung befähige. In solchem Glauben könne auch die Angst vor der Zukunft überwunden werden, so die 85-Jährige.

(Artikel vom 05.04.2006)