Älteste Sozialsiedlung der Welt verlangt erstmals Eintritt

Meldung lang | epd - Landesdienst Bayern

Älteste Sozialsiedlung der Welt verlangt erstmals Eintritt

Augsburger Fuggerei zählt jährlich rund zwei Millionen Besucher

Mit einem Festakt wird am Freitag das erweiterte Museum der Augsburger Fuggerei, der ältesten Sozialsiedlung der Welt, eröffnet. Präsentiert wird dabei auch eine neue "self-guided-tour" durch die Fuggerei, für deren Besuch erstmals ab Mai Eintritt erhoben wird.

Im Museum erklären Dokumentarfilm, Text- und Bildtafeln, Exponate sowie authentisch eingerichtete Räume die Geschichte der Fuggerei bis heute. Die Fuggerei im Herzen der Stadt ist das bevorzugte Ziel von jährlich rund zwei Millionen Augsburg-Besuchern aus dem In- und Ausland.

Nach Angaben von Wolf-Dietrich Graf von Hundt, Verwalter der Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Stiftungs-Administration, erhalten Besucher "im Gegenzug" für das Eintrittsgeld mehrsprachige Informationen über Architektur und Funktion der vor fast 500 Jahren von Jakob Fugger dem Reichen gegründeten "Armensiedlung". Dass nun erstmals in der Geschichte des Augsburger Touristen-Magnets Eintritt erhoben wird, begründete die Verwaltung mit der finanziellen Situation der Fuggerschen Stiftung, die ihre Einkünfte zu einem großen Teil aus der Forstwirtschaft und aus Immobilienvermögen bestreitet.

Durch den Verfall bei den Holzpreisen sei man unter Druck geraten, erklärt Graf von Hundt. Für den Erhalt der Sozialsiedlung mit 67 Häusern seien jedes Jahr Kosten von einer halben Million Euro erforderlich. Noch immer beträgt die Jahresmiete für rund 150 sozial Bedürftige in der Fuggerei 88 Cent. Außerdem schreibt die Tradition täglich drei Gebete für das Seelenheil des Stifters Jakob Fugger vor.

(Artikel vom 26.04.2006)