Frauen in der Politik sind "selbstkritischer" als Männer

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Frauen in der Politik sind "selbstkritischer" als Männer

Renate Schmidt und Claudia Roth zu weiblichem Kommunikations-Verhalten

Frauen und Männer in der Politik haben nach Auffassung der SPD-Politikerin Renate Schmidt und der Grünen-Bundesvorsitzenden Claudia Roth unterschiedliche Kommunikationsformen. Während Männer oft aus "Imponier-Gehabe" das Wort ergriffen, könnten Frauen "schwierige Probleme mit einfachen Worten auf den Punkt bringen", sagte Renate Schmidt am Donnerstag am Rande einer Tagung "Politikerinnen in den Medien" in Nürnberg dem epd.

Nach Auffassung der Grünen-Politikerin Roth sind Frauen in der Politik "selbstkritischer" als Männer, die ohne große Sachkenntnis zu zentralen Themen redeten. Das spezifisch weibliche Kommunikations-Verhalten sei eine Chance für den Abbau von Bürokratie in Deutschland, wie Roth dem epd sagte. Beide Politikerinnen betonten übereinstimmend, dass Frauen in der Politik ihre Persönlichkeit ins Spiel brächten, wodurch sie glaubwürdiger in der politischen Auseinandersetzung seien als Männer.

Die Soziologin und Politikwissenschaftlerin Renate Hoecker von der Universität Hannover stellte auf der Tagung der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Erlangen-Nürnberg eine Untersuchung über spezifisch weibliche Kommunikationsstile in der Politik vor. Die politischen Debatten seien noch immer nach männlichen Mustern durch "Formalismus" und "Profilierungssucht" geprägt. Diese männlich bestimmten Organisations- und Kommunikationsstrukturen seien die Ursache, dass Frauen in der Politik unterrepräsentiert seien, sagte Hoecker.

(Artikel vom 04.05.2006)