Beifallsstürme für den Windsbacher Knabenchor
Beifallsstürme für den Windsbacher Knabenchor
Umjubeltes Galakonzert zum 60-jährigen Bestehen
Unter Beifallsstürmen des Publikums hat der Windsbacher Knabenchor am Sonntagabend sein 60-jähriges Bestehen gefeiert. Rund 2.000 Zuhörer in der Nürnberger Meistersingerhalle bereiteten dem Ensemble nach der Aufführung von Felix Mendelssohn Bartholdys "Elias" stehende Ovationen.
Superlative bestimmten auch den anschließenden Empfang für geladene Gäste. Der Windsbacher Knabenchor habe gezeigt, weshalb Bayern ein Kulturstaat sei, sagte der Chef der bayerischen Staatskanzlei, Eberhard Sinner (CSU). Sinner sprach für den ursprünglich als Festredner vorgesehenen Innenminister Günther Beckstein, der wegen seiner Teilnahme an der Talkshow von Sabine Christiansen abgesagt hatte. Er würdigte den Windsbacher Knabenchor als weltweit anerkannten Botschafter Bayerns.
Demonstrativ solidarisierte sich Sinner mit dem zuletzt von Kritikern wegen angeblicher pädagogischer Verfehlungen heftig attackierten Chorleiter Karl-Friedrich Beringer: "Wie Beckstein stehe ich zu 100 Prozent hinter Kirchenmusikdirektor Beringer." Der Vizepräsident des Europaparlaments, Ingo Friedrich (CSU) nannte das Jubiläumskonzert einen unglaublichen Auftritt. "Heute Abend hat man etwas von der Seele Europas gespürt."
Auch Landesbischof Johannes Friedrich erwies dem Chor seine Reverenz. "Es ist wichtig, dass die Kirche Spitzenchöre hat, die ein Millionenpublikum erreichen", sagte er. Die Kirche brauche Musik in der ganzen Breite, zugleich aber auch Eliteförderung. Deshalb seien die Kirchenmusiker als einziger kirchlicher Berufszweig bei den jüngsten Sparmaßnahmen so gut wie gar nicht gekürzt worden.
Beringer bezeichnet die vergangenen zwei Jahre, als ihn seine Gegner mit einer Strafanzeige und öffentlichem Druck zum Aufgeben zwingen wollten, als die schlimmsten in der 60-jährigen Chorgeschichte. Seine Kritiker hätten versucht, "die Institution Windsbacher Knabenchor mit Medienmacht, Falschaussagen und Denunziationen fertig zu machen". Zwischenzeitlich sei er drauf und dran gewesen, zu resignieren. Beringer bedankte sich bei den Freunden und Förderern des Chores für die Unterstützung: "Alle sind zu mir gestanden, das erlebt man sonst nur bei seiner Beerdigung."
"60 Jahre Knabenchor sind ein Wunder in einer Zeit der Kultur- und Bildungsstürmer", sagte Chorgründer Hans Thamm, der das Ensemble vor der Ära Beringer 32 Jahre lang geleitet hatte. "Anstatt an solchen Institutionen herumzuzündeln, sollte man sie zum Weltkulturerbe erklären."


