Kirchen erinnern an Pfingsten an die Kraft des Heiligen Geistes
Kirchen erinnern an Pfingsten an die Kraft des Heiligen Geistes
Historische Ereignisse im Mittelpunkt der Bischofspredigten (Feiertagszusammenfassung)
Der evangelische Landesbischof Johannes Friedrich und der katholische Kardinal Friedrich Wetter haben in ihren Pfingstpredigten an die Kraft des Heiligen Geistes erinnert. Die Menschen sollten stärker auf "Gottes Heiligen Geist" vertrauen als auf den "Zeitgeist", erklärte Friedrich. Pfingsten sei das Fest des freien Geistes, der "menschliche Ideologien in die Schranken weise". Aber auch der Zeitgeist präge die Menschen.
In diesem Sinne seien die Äußerungen des ersten bayerischen Landesbischofs Hans Meiser (1881 1956) stark vom damaligen Zeitgeist geprägt worden. Viele Äußerungen seien inzwischen "überhaupt nicht mehr nachvollziehbar". Wer heute jedoch Meiser als "Nazibischof" bezeichne, sei ebenso vom Zeitgeist geprägt wie diejenigen, die ein Ende der Vergangenheitsbewältigung forderten.
Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Friedrich Wetter, ging in einer Radio-Ansprache auf den Papstbesuch in Auschwitz ein. Niemand dürfe die Augen verschließen vor dem Entsetzlichen, was in Auschwitz geschah, auch "wenn dieser Blick bedrückt und wehtut". Das Gegenbild zu Auschwitz sei Pfingsten, weil es den Menschen die Herzen öffne und sie zu "Boten seiner Liebe" verwandle.
Für die Ökumene sprach sich der evangelische Regionalbischof für Augsburg, Ernst Öffner aus. Die Vielfalt christlicher Bekenntnisse, denen man schon im Neuen Testament begegne, dürfe kein Hindernis sein für Christen aller Konfessionen, sich als Mitglieder der "einen heiligen katholischen Kirche" zu verstehen und wie am ersten Pfingsttag "Verbundenheit über Grenzen hinweg" zu praktizieren. Daher sei es Aufgabe der Bischöfe, "das Verbindende mehr zu betonen als das Trennende".
Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick rief in seiner Predigt zu Solidarität mit Menschen in Osteuropa auf. Viele Jugendliche in Osteuropa seien ohne Zukunftsperspektiven, die alten und kranken Menschen ohne Medizin und Versorgung, die Kinder ohne Schule und Ausbildung. Eine Unterstützung der Länder und ein Fortschritt käme allen zugute, denn "ihre Entwicklung fördert die Einheit und den Frieden in ganz Europa", so Schick.


