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Veröffentlicht auf EPV - Evangelischer Presseverband für Bayern (http://www.epv.de)

Aidswaisenprojekt mit Hilfe aus Würzburg

Aidswaisenprojekt mit Hilfe aus Würzburg

Missionsärztliches Institut unterstützt evangelisches Dekanat

Würzburg (epd) Würzburgs evangelisches Partnerdekanat Ruvuma in Tansania will sich künftig verstärkt um Aidswaisen in der Region kümmern. In der Stadt Songea wird im Herbst mit dem Bau eines Betreuungszentrums begonnen, wie Dekan Weston Mhema am Wochenende bei einem Informationsbesuch im Missionsärztlichen Institut in Würzburg ankündigte. In dem Haus sollen tagsüber Kinder und Jugendliche betreut werden. Ziel der Einrichtung sei auch, Familien zu begleiten, die Aidswaisen aufgenommen haben, betonte der Dekan.

Tansania gehört nach Mhemas Worten zu den zwölf von Aids und HIV meist betroffenen afrikanischen Ländern. Im Land lebten rund zwei Millionen Aidswaisen, davon 12.000 im Dekanat Ruvuma, das etwa so groß ist wie Bayern. Die meisten hätten beide Eltern verloren. Ihre Verwandten seien mit der Aufnahme der elternlosen Kinder und Jugendlichen meist finanziell überfordert. Das neue Zentrum wolle sich vor allem um diese Gruppe kümmern und um diejenigen, die überhaupt keine Verwandten mehr haben. Laut Pfarrer Erich Janek stellt der Missionskreis des evangelischen Dekanats Würzburg für die kommenden drei Jahre 30.000 Euro zur Verfügung. Nach Aussage des Lehrers Oden Masengo aus der Gemeinde Tunduru sind viele Aidswaisen traumatisiert und brauchen psychische Unterstützung.

Piet Reijer, Arzt und Fachreferent für HIV/Aids im Missionsärztlichen Institut, bot der tansanischen Delegation an, das Aidswaisenprojekt fachlich zu begleiten. Die einzige katholische Fachstelle in Deutschland für internationale Gesundheitsarbeit beschäftigt sich seit fast 20 Jahren mit der Bekämpfung von HIV und Aids in den Ländern des Südens, in Asien und neuerdings auch in Osteuropa.

(Artikel vom 02.07.2006)

URL:
http://www.epv.de/node/2302