"Mission Eine Welt" als neuer Firmenname

Meldung lang | epd - Landesdienst Bayern

"Mission Eine Welt" als neuer Firmenname

Landeskirche will Missions- und Partnerschaftsarbeit zusammenfassen

Die evangelische bayerische Landeskirche will ihre drei Einrichtungen für Mission und Partnerschaft mit Ländern des Südens zusammenfassen. Das Bayerische Missionswerk in Neuendettelsau, (Mittelfranken), der bislang in München angesiedelte Arbeitsbereich Lateinamerika und der Kirchliche Entwicklungsdienst Bayern in Nürnberg sollen ab 2007 unter dem Logo "Mission Eine Welt – Zentrum für Partnerschaft, Entwicklung und Mission in der Evangelisch-Lutherischen Kirche" gemeinsam auftreten, bestätigte am Freitag der Direktor des Bayerischen Missionswerks, Hermann Vorländer. Von der Neuausrichtung der kirchlichen Arbeit in Afrika, Lateinamerika und Südostasien seien rund 150 Mitarbeiter betroffen.

Nach Angaben Vorländers wird der Landeskirchenrat Anfang kommender Woche über die weit reichende Strukturreform entscheiden. Sie sei unter Leitung von Oberkirchenrat Michael Martin von der landeskirchlichen Abteilung für Ökumene und kirchliches Leben lange vorbereitet und intensiv diskutiert worden. Synergieeffekte und Einsparmöglichkeiten hätten dabei eine große Rolle gespielt. Die für die Reform nötigen kirchlichen Gesetzesänderungen sollen der Landessynode im Herbst vorgelegt werden.

Martin war am Freitag nicht erreichbar. Bekannt wurde jedoch, dass Vorländer -möglicherweise unter der neuen Amtsbezeichnung "Generalsekretär" - noch bis zu seinem Ruhestand Ende 2007 das neue Gemeinschaftswerk von Neuendettelsau aus leiten soll. Als Weichenstellung für den Zusammenschluss gilt, dass der Leiter des Lateinamerikareferats im Münchner Landeskirchenamt, Pfarrer Wolfgang Döbrich (62), Anfang dieses Monats im Neuendettelsauer Missionswerk einzog. Sein Referat ist für Beziehungen zu neun Kirchen zwischen Brasilien und Honduras zuständig. Dort arbeiten derzeit mehr als 20 Mitarbeiter aus der bayerischen Landeskirche, darunter Pfarrer und Freiwillige. Im Gegenzug sind vier brasilianische Pfarrer in Bayern tätig.

Das Bayerische Missionswerk in Neuendettelsau wurde 1972 gegründet und hat seither rund 300 Missionare vorwiegend nach Afrika und Südostasien entsandt. Es beschäftigt derzeit rund 130 Mitarbeiter von denen etwa 80 Frauen und Männer als Ärzte, Lehrer, Ingenieure und Pfarrer in Übersee tätig sind. Daneben organisiert es den Einsatz von Pfarrern aus seinen insgesamt 13 Partnerkirchen in Gemeinden der bayerischen Landeskirche.

Vorwiegend entwicklungspolitischer Bildungsarbeit widmet sich der 1970 gegründete Kirchliche Entwicklungsdienst in Nürnberg mit seinen gegenwärtig fünf hauptamtlichen Mitarbeitern. Ein Schwerpunkt ist die Bildung von Netzwerken für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung im In- und Ausland.

(Artikel vom 07.07.2006)