Kürzungen bei evangelischer Kirchenmusik
Kürzungen bei evangelischer Kirchenmusik
Dekanatssynode München beschließt Neuverteilung der verbleibenden Stellen
Mit einer Mehrheit von 19 zu drei Stimmen haben die Synodalen des evangelischen Dekanats München am Dienstag die Neuverteilung der Kirchenmusikerstellen beschlossen. Verlierer sind die Lutherkirche Giesing, die eine ganze Stelle abgeben muss, sowie die Stephanuskirche Nymphenburg und die Apostelkirche Solln, die von 100-Prozent- auf 25-Prozent-Stellen zurückgefahren werden. Erhalten bleiben die vollen Kantorenstellen unter anderem an der Lukaskirche im Lehel und an der Dekanatskirche St. Markus. Der 2002 revidierte Stellenplan der bayerischen Landeskirche verlangt die Kürzung von 15 auf 10 hauptamtliche Kantoren in München.
Der Kirchenmusikausschuss hatte im November 2005 ein Konzept für die Umsetzung der geforderten Einsparungen vorgelegt. Wichtige Ziele waren, in der Innenstadt zwei volle Stellen als "Leuchttürme für Kirchenmusik auf höchstem Niveau" zu erhalten. In jedem der sechs Prodekanate soll dazu ein hauptamtlicher Kantor die flächendeckende Betreuung der insgesamt 430 nebenamtlichen Kirchenmusiker gewährleisten. Außerdem soll jeder hauptamtliche Kantor künftig Schwerpunktaufgaben für das Gesamtdekanat übernehmen, um so Bereiche wie kirchliche Popularmusik, Kinderchorarbeit oder experimentelle Musik zu fördern.
Kriterien bei der Entscheidung waren, so der Ausschuss-Vorsitzende Andreas Weigelt, Dekan im Münchner Westen, regionale Gesichtspunkte, Fragen der Infrastruktur und musikalischen Kapazitäten in den Gemeinden und die Strahlkraft, die bestehende Chöre über München hinaus haben. Protest gegen die Pläne gab es im Vorfeld aus den am stärksten betroffenen Gemeinden in Nymphenburg und Solln, die den Fortbestand ihrer langjährigen Chortradition durch die Kürzungen gefährdet sehen.


