Pilze und Wildfleisch immer noch stark radioaktiv belastet
Pilze und Wildfleisch immer noch stark radioaktiv belastet
Umweltinstitut bietet Verbrauchern kostenlose Messung an
Pilze, Waldfrüchte und Wildfleisch sind in Bayern immer noch stark radioaktiv belastet. Auch 20 Jahre nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl können die Spitzenwerte bei Pilzen "noch 1000 und mehr Becquerel pro Kilogramm Frischmasse an Cäsium137 erreichen", erklärte die Physikerin Karin Wurzbacher vom Umweltinstitut München am Sonntag. Wildschweine, die sich frei im Wald bewegen, könnten sogar noch weit höhere Belastungswerte aufweisen.
Wegen der langen Halbwertzeit von Cäsium-137 von rund 30 Jahren sei eine wesentliche Änderung der Situation auch in den nächsten Jahren "nicht zu erwarten", so Wurzbacher. Besonders Kinder und Schwangere sollten daher auf Pilze und Waldfrüchte verzichten und auf Zuchtpilze zurückgreifen.
Den Verbrauchern biete das Umweltinstitut von August bis Oktober eine kostenlose Untersuchung von Pilzen, Waldfrüchten und Wildfleisch. Die Proben für die Messungen müssten mindestens 250 Gramm haben und sollten möglichst genaue Angaben über Herkunft und Datum enthalten. Das Ergebnis der Messung könne dann telefonisch erfragt werden, so Wurzbacher. Informationen: www.umweltinstitut.org.


