Aidsbündnis fordert mehr Forschung und Preissenkung bei Medikamenten
Evangelisches Missionswerk Bayern an Kampagne beteiligt
Das bundesweite "Aktionsbündnis gegen Aids" hat am Freitag in Berlin mehr als 250.000 unterschriebene leere Aids-Medikamentenschachteln an die Pharmaindustrie überreicht. Der Zusammenschluss von rund 100 kirchlichen und nichtkirchlichen Organisationen forderte damit erneut eine bessere Aids-Behandlung.
Das evangelische Missionswerk Bayern mit Sitz in Neuendettelsau hatte für die Kampagne nach eigenen Angaben 4.500 unterschriebene Schachteln gesammelt. Der weltweite Kampf gegen Aids brauche auch in der Zukunft noch viel Unterstützung, erklärte der bayerische Regionalkoordinator des Aktionsbündnisses, Pfarrer Reinhard Hansen. Mit der Medikamentenaktion sei "schon viel erreicht worden", so Hansen weiter, der auch Afrika-Referent im Missionswerk ist.
Mit den leeren Schachteln rief das Aktionsbündnis die Pharmaindustrie auf, ihre Preise und Forschung stärker an den Bedürfnissen der Menschen in Entwicklungsländer zu orientieren. Nur mit fairen Preisen und einem weltweiten Verzicht auf die strikte Durchsetzung von Patenten sei es möglich, Menschen aus wirtschaftlich ärmeren Regionen den Zugang zu überlebenswichtigen Medikamenten zu sichern. Zudem fordert das Bündnis, Dosierungen und Darreichungsformen für die Behandlung von Kindern zu entwickeln. Weltweit gibt es den Angaben zufolge etwa 2,2 Millionen Kinder, die HIV infiziert oder bereits an der Immunschwäche Aids erkrankt sind. Sie warteten auf eine kindgerechte Dosierung von antiretroviralen Medikamenten.
Internet:www.aids-kampagne.de [1].