Merkel sprach mit Papst über christliches Europa
Merkel sprach mit Papst über christliches Europa
Stoiber für Gottesbezug in EU-Verfassung
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in ihrem Gespräch mit Papst Benedikt XVI. in München angekündigt, sich für christliche Werte in Deutschland und Europa einzusetzen. Die Aufnahme des Gottesbezugs in der EU-Verfassung mahnte der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) nach seinem Zusammentreffen mit dem katholischen Kirchenoberhaupt am Samstagabend in München an. "Europa muss sich einen Ruck geben", sagt er.
Merkel erklärte im Hinblick auf die Vertragsverhandlungen für eine europäische Verfassung, Europa sollte sich zu seinen gemeinsamen Grundwerten bekennen und dazu auch verpflichten. Darauf wolle sie während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft ab Januar hinwirken, versicherte sie dem Papst. Mit ihm habe sich auch über die Lage in Deutschland, die Annäherung der beiden großen Kirchen und Probleme der Kirche in der Welt gesprochen.
Wie Stoiber weiter berichtete, habe der Papst seine Hoffnung geäußert, dass die in Bayern gepflegte christliche Tradition ein Signal für Deutschland und Europa insgesamt ist. Die Debatte um Grundwerte erlebe derzeit eine Renaissance, so der Ministerpräsident. "Die Menschen wollen wissen, was sie zusammenhält."
Papst Benedikt war am Samstag nach Bayern gekommen, wo er bis Donnertag Orte seines Lebens und Wirkens als Theologe Joseph Ratzinger aufsuchen will. Bei der großen Freiluftgottesdienst mit 250.000 Gläubigen am Sonntag in München rief das Kirchenoberhaupt zu einem deutlichen Bekenntnis des christlichen Glaubens auf.


