Erste Diät mit Sieben
Erste Diät mit Sieben
Sozialministerin kritisiert zum Welternährungstag falsches Weiblichkeitsideal
Jedes dritte Mädchen leidet in Deutschland unter Essstörungen. Dieses Ergebnis einer Studie des Robert Koch-Instituts hat Bayerns Sozialministerin Christa Stewens (CSU) anlässlich des Welternährungstags am Montag zu einem Appell an die Medien genutzt, ein realistischeres Weiblichkeitsideal zu verbreiten. Stewens kritisierte am Sonntag in München, das Schönheitsideal unserer Zeit setze Maßstäbe, die vor allem bei pubertierenden Jugendlichen zu bedenklichen Verhaltensweisen führten.
"Mädchen in der Pubertät fallen als besonders stark betroffene Gruppe bei den Essstörungen auf", stellte die Ministerin fest. Sie wies darauf hin, dass ein Viertel aller sieben- bis zehnjährigen Mädchen bereits eine Diät hinter sich habe. Die Hälfte aller normalgewichtigen Teenager unter 15 Jahren fühle sich zu dick.
Stewens forderte, das Augenmerk auf Kinder aus Familien mit niedrigem Status zu richten, die der Studie des Robert Koch-Insituts zufolge eine besonders wichtige Zielgruppe bei Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen seien. Der kräftige Biss in eine Schweinshaxe gelte als männlich, eine Frau, die wenig esse, als besonders weiblich. Dieses von den Medien vermittelte Rollenverhalten führe dazu, dass junge Mädchen das Essen als bedrohlich empfänden.


