Hoffnung auf neuen Himmel und neue Erde
Hoffnung auf neuen Himmel und neue Erde
EKD-Ratsvorsitzender Wolfgang Huber bei Gemeinschaft Sant`Egidio
Über die biblische Verheißung eines neuen Himmels und einer neuen Erde hat der EKD-Ratsvorsitzende, Bischof Wolfgang Huber, am Dienstagabend in der Würzburger Franziskanerkirche gepredigt. Diese Verheißung mache Christen frei, das Leben zu gestalten und sich nicht den Mächten des Todes zu unterwerfen, sagte Huber beim traditionellen Abendgebet der Gemeinschaft Sant`Egidio.
Der Ratsvorsitzende würdigte den Aufbau der 1945 fast völlig zerstörten Stadt Würzburg. Er verwies aber auch auf den Unterschied zwischen dem, was Menschen neu machen können und dem, was die göttliche Offenbarung mit dem "Siehe, ich mache alles neu" meint. "Es bleibt der Unterschied zwischen dem, was wir tun, in den endlichen Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen, und dem was Gott tut", sagte Huber. Nichts sei heute nötiger als die Fähigkeit, dies wieder zu unterscheiden.
Der Ratsvorsitzende erinnerte daran, dass in der Bibel nirgendwo die Rede davon sei, dass Gott den ständigen Fortschritt vom Schlechteren zum Besseren garantiere. "Gott ist nicht ein Gott des Fortschritts, sondern des Neuen." Die Sehnsucht der Menschen nach dem Neuen beschrieb Huber als "Abglanz der Sehnsucht nach der Gegenwart Gottes."
Für die Gemeinschaft Sant`Egidio begrüßte der unterfränkische Bezirksheimatpfleger Klaus Reder den EKD-Ratsvorsitzenden und hob hervor, dass "Arme eine Anfrage an jeden von uns persönlich stellen." Der 1968 in Rom von Andrea Riccardi gegründeten Laienbewegung Sant`Egidio gehören nach eigenen Angaben derzeit mehr als 60.000 Personen unterschiedlicher Konfessionszugehörigkeit in mehr als 70 Ländern an. Sie engagieren sich für "die Weitergabe des Evangeliums und dem Dienst an den Armen."
Sant`Egidio Würzburg hat derzeit rund 600 ehrenamtliche Mitarbeiter. Die Gemeinschaft lädt täglich außer Sonntag zum Abendgebet in die Franziskanerkirche ein und unterhält eine Reihe von Sozial-Projekten. Das Spektrum reicht von Hausaufgabenbetreuung und schulischen Angeboten über die Arbeit mit Behinderten und Unterstützung alter Menschen bis zum Mittagstisch für Hilfsbedürftige.
Die Würzburger Gruppe ist die größte und älteste der internationalen Gemeinschaft in Deutschland. Am kommenden Samstag (11. November) feiert sie ihr 25-jähriges Bestehen mit einem internationalen Fest im Würzburger Stadtteil Heidingsfeld. Das Programm unter dem Motto "Gerechtigkeit braucht Menschlichkeit" gestalten Kinder, Jugendliche, Ausländer und alte Menschen.


