Briefmarken mit Kick

Korrespondentenbericht | epd - Landesdienst Bayern

Briefmarken mit Kick

Nürnberger Museum für Kommunikation zeigt Ausstellung zu Fußballgeschichte (Korrespondentenbericht) (mit Bild)

Von Florian Höhne

Das Fußball-WM-Fieber breitet sich weiter aus: Nun hat es auch das Nürnberger Museum für Kommunikation ergriffen. Vom 14. Dezember bis zum 15. Januar erzählt dort die Sonderausstellung "Fußball regiert die Welt" Fußballgeschichte - auf Briefmarken. In zwei Räumen sind rund 5.000 Briefmarken, Postkarten, Sonderstempel und andere Exponate aus der ganzen Welt zu sehen.

Unter den "Ganzsachen" - wie es im Jargon der Briefmarkensammler heißt - befindet sich auch die älteste Briefmarke mit Fußballmotiv: Das anlässlich der zweiten Fußballweltmeisterschaft 1934 in Italien gedruckte Postwertzeichen zeigt einen Torwart, der über das Bild hechtet, um gerade noch einen Ball zu halten. Im Hintergrund sind - ganz traditionell - römische Säulen zu erkennen. Ältere Briefmarken bilden noch keine Fußballmotive ab: Uruguay hatte anlässlich seiner Olympiasiege im Fußball der Jahre 1924 und 1928 Sondermarken herausgegeben, die die griechische Siegesgöttin Nike zeigen.

Außer der Weltgeschichte des Fußballs erzählen die Briefmarken auch die deutsche Fußballgeschichte. Wie der Nürnberger Museumspädagoge Klaus-Peter Baschke bei der Ausstellungseröffnung am Dienstag erklärte, stammt die Ausstellung aus Dortmund. So habe ein in den USA verstorbenen Dortmunder Fußballfan und Philatelist seiner Heimatstadt die Briefmarkensammlung vermacht, aus der die Dortmunder Bruno Maas und Gerd Kolbe die Schau zusammenstellten. 2003 wurde sie in Dortmund gezeigt, dann in Hannover.

In Nürnberg kamen zu den Dortmunder Exponaten noch Ausstellungstücke rund um die deutschen WM-Siege 1954, 1974 und 1990 hinzu: Neben Briefmarken hat das Fußballmuseum in Erkelenz auch alte Fanartikel, Eintrittskarten zum "Wunder von Bern"-Finale 1954, Wimpel und eine Fußball-Weinflasche beigesteuert. "An den Artikeln lässt sich die Geschichte des Fußball-Merchandising ablesen", sagt Stefan Kley, Direktor des Museums für Kommunikation Nürnberg. Ganz anders als die Logos und Tip-Tap-Figuren von 1974 scheinen die Plakate von 1954 noch aus einer anderen Zeit zu stammen.

Weil Fußball ja eigentlich keine Sache fürs Museum ist, sondern fürs Spielfeld, haben die Museumsleute kurzerhand ein Mini-Spielfeld hereingetragen. Darauf werden am 15. Januar die "Offenen fränkischen Meisterschaften im Tipp-Kick-Spielen" stattfinden, kommentiert von BR-Sportreporter Günter Koch. Außer Koch werden dem Spiel auch Fußballgrößen wie Franz Beckenbauer oder Uwe Seeler beiwohnen - allerdings nur als Postwertzeichen.

Foto per ISDN oder E-Mail abrufbar bei epd-bild (München), Telefon 089/12172-140. Bestellnummer: b051690.

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(Artikel vom 13.12.2005)