Die Betreuung sterbender Eltern machte ihn zum Spender
Die Betreuung sterbender Eltern machte ihn zum Spender
Evangelische Stiftung Hospiz mit Grundvermögen ausgestattet (Korrespondentenbericht)
Von Heinz Brockert
Die bayerische Landeskirche setzt ihr Engagement für eine wirksame medizinische und seelische Betreuung Sterbender und gegen das Vordringen aktiver Sterbehilfe in Europa fort. Am Mittwoch wurde im Universitätsklinikum Großhadern in München im Beisein der bayerischen Sozialministerin Christa Stewens, Palliativmedizinern und Hospiz-Experten die "Evangelische Stiftung Hospiz" errichtet. Sie wurde möglich, weil der private Spender Siegfried Schödel den Ertrag seiner Lebensversicherung, rund 50.000 Euro, als Grundstock zur Verfügung gestellt hat.
"Er hat seinem Vater und seiner Mutter in Krankheit und Leiden bis zum Tod beigestanden", berichtete die Schirmfrau der Stiftung, die evangelische Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler (München). "In dieser Situation wäre ihm eine umfassend und kompetente Sterbebegleitung eine große Hilfe gewesen. Darum will er mit seinem Geld Hospizarbeit und Palliativbetreuung fördern, damit anderen zugute kommt, was er selber vermisst hat, so Breit-Keßler. Schödel habe aus gesundheitlichen Gründen an dem kleinen Festakt im Palliativzentrum des Klinikums, das bundesweit eine Vorreiterrolle einnimmt, nicht teilnehmen können.
"Wir gewinnen alle an Lebensqualität, wenn wir eine humane Sterbekultur und damit eine menschliche Kultur des Lebens pflegen", sagte die Regionalbischöfin und Ständige Vertreterin des bayerischen Landesbischofs weiter. Der Stiftungszweck wird durch Zuwendungen für die Seelsorge in der Palliativbetreuung und für die Aus-, Fort- und Weiterbildung von Haupt- und Ehrenamtlichen im Bereich Hospizarbeit und Palliativbetreuung (Schmerzmedizin) erfüllt.
Sozialministerin Stewens wies auf den Erfolg der Hospizbewegung in Bayern hin. Es gebe 125 Hospizvereine mit 18.500 Vereinsmitgliedern und 3.000 aktiven ehrenamtlichen Hospizhelfern, die Schwerstkranke und Sterbende rund um die Uhr begleiten. Zudem wurden neun stationäre Hospize mit 78 Plätzen, 21 Palliativstationen mit 197 Betten und vier Hospizakademien zur Qualifizierung der Mitarbeiter errichtet.
Die Evangelische Stiftung Hospiz ist unter dem Dach der Bayerischen Stiftung Hospiz tätig. Prinzessin Beatrice von Bayern vom Stiftungsrat der Bayerischen Stiftung und die Pionierin der Hospizarbeit in Bayern, Gustava Everding, nahmen am Festakt teil. "Ich hoffe, dass das Beispiel von Herrn Dr. Schödel zahlreiche Nachahmer findet, denn die Hospizbewegung braucht diese Unterstützung", sagte Sozialministerin Stewens.


