Erinnerung an einen Kirchenkünstler
Ausstellungen zum 100. Geburtstag des Bildhauers Helmut Ammann
Helmut Ammann (1907 - 2001) gilt als einer der bedeutendsten bayerischen Kirchenkünstler der Nachkriegszeit. Aus Anlass des 100. Geburtstags haben Museen und Kirchengemeinden ein Veranstaltungsprogramm erstellt, das an das rege Schaffen des Künstlers erinnern will, teilte eine der Organisatorinnen, die Historikerin Marita Krauss, am Freitag auf epd-Anfrage mit.
Eröffnet wird das Programm am 4. März in der Galerie Ammann in Pöcking (Feldafinger Straße 18) mit der Sonderausstellung "Helmut Ammann - Werk und Wort". Gezeigt werden die Werktagebücher sowie Zeichnungen. Zwei weitere Ausstellungen über das Selbstporträt und den Bildhauer folgen im November 2007 und im Frühjahr 2008.
In Würzburg gibt es Veranstaltungen über den "Bildhauer und seine Kirchen" mit Stationen in St. Stephan, St. Johannis und der Erlöserkirche. Das Programm vom 31. März bis 20. April bietet Lesungen aus den Tagebüchern, Passionsandachten zu den Kunstwerken, Führungen sowie Gottesdienste mit Bildbetrachtung. Am Freitag, 20. April, diskutieren der Theologieprofessor Richard Riess, der evangelische Dekan Günter Breitenbach und der Biograf Erich Kasberger das Werk des Künstlers.
Die Städtischen Sammlungen Schweinfurt (Obere Straße 11/13) zeigen vom 25. Mai bis 15. Juli eine Ausstellung mit dem Titel "Die Gestalt der Zwischenräume". In München präsentiert das Schweizer Haus (Leopoldstraße 33) vom 28. September bis 21. Oktober eine Retrospektive. An den Ausstellungsorten finden außerdem Lesungen aus den Tagebüchern statt. Diese erscheinen in einem dreibändigen Werk aus Anlass des 100. Geburtstags im Münchner Volk-Verlag.
Ammann wurde 1907 als Sohn eines Schweizer Arztes in Shanghai geboren. Nach seiner Ausbildung in Paris, Berlin und München begann er 1937 mit der Freskenmalerei von zwei Engeln in der Kirche von Naila. Seitdem stattete er zahlreiche Kirchen mit Kreuzen, Kanzeln und Skulpturen aus. Zu seinen bekanntesten Werken gehören die Kreuzigungsgruppe in der Würzburger St. Stephanskirche und die Glasfenster in der Münchner Christuskirche. Seine Arbeiten finden sich auch im Bayreuther Festspielhaus, im Deutschen Museum München und im Amsterdamer Musikkonservatorium.