Eine Stadt kämpft für den "freien Sonntag"
Eine Stadt kämpft für den "freien Sonntag"
Marktredwitzer Allianz fordert mehr Herz und weniger Kommerz
Mit einem Aktionstag will die Marktredwitzer "Allianz für den freien Sonntag" am Samstag (3. März) gegen eine kommerzialisierte "Rund-um-die Uhr-Gesellschaft" demonstrieren. Nach Mitteilung von Norbert Feulner, Regionalleiter des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt (KdA), hat das Ende vergangenen Jahres gegründete Bündnis inzwischen eine breite Basis. In ihm arbeiten unter anderem Freie Kirchen, Gewerkschaften und zahlreiche Vereine - vom Sportverein bis zum Sozialverband VdK - mit. "Wir wollen mehr Herz, weniger Kommerz in unserer Gesellschaft", sagte Feulner dem epd.
Bei ihrer groß angelegten Kampagne wollen die Veranstalter am 3. März an ein historisches Ereignis anknüpfen: Im März 321 hat der römische Kaiser Konstantin den Sonntag unter gesetzlichen Schutz gestellt. Heute droht Feulner zufolge die Gefahr, dass der Sonntagsschutz trotz seines Verfassungsranges immer mehr unter die Räder eines rein wirtschaftlichen Denkens gerät. Im Einzelhandel herrsche ein knallharter Verdrängungswettbewerb mit kannibalistischen Zügen.
Wegen ihrer Nähe zu Tschechien ist nach Auffassung Feulners die Einkaufsstadt Marktredwitz besonders herausgefordert, ein Zeichen für die Sonn- und Feiertagskultur zu setzen. "Wir wollen die Menschen in der Region und vor allem auch die Politiker für dieses Anliegen mobilisieren", sagte Feulner. Am Aktionstag werden als Symbole ein leeres Fußballtor und eine leere Kirchenbank vor dem Marktredwitzer Einkaufszentraum aufgestellt. Außerdem wird ein Herold den Konstantin'schen Sonntagsschutz verkünden.


