Kirche will mit ihren Angeboten näher an die Menschen kommen
Landessynode berät Aktionsprogramm, Kirchengesetze und Ökumene
Das kirchliche Aktionsprogramm "Kirche vor Ort", neue Kirchengesetze und Anfragen an die Ökumene werden die bayerische Landessynode bei ihrer Frühjahrstagung in Ansbach beschäftigen. Zentrales Thema des Kirchenparlaments der 2,6 Millionen Protestanten, das ab Sonntag (18. März) in Ansbach zusammenkommt, ist das Konzept "Kirche vor Ort". Darin sucht die Landeskirche nach Wegen, um auch angesichts abnehmender Finanzkraft und Mitgliederzahlen mit ihren Angeboten die Menschen in ihren jeweiligen Lebenssituationen erreichen zu können.
Bei dieser Bestandsaufnahme und Weiterentwicklung der kirchlichen Arbeit, die von der Synode bereits 2005 angestoßen wurde, haben sich 150 evangelische Gemeinden und Einrichtungen beteiligt. Die Ergebnisse dieser Analyse waren, dass die Kirche auch auf die ihr fern stehenden Menschen zugehen solle und sich an den konkreten Bedürfnissen der Menschen orientieren solle. Wie die Synodale Verena Übler, Pfarrerin und Mitglied des synodalen "Grundfragenausschusses" betonte, könnten nur die Gemeinde selbst die Schwerpunkte setzen. Der Vorsitzendes des synodalen Finanzausschusses, Ulrich Exler, mahnte hingegen an, dass die Frage von Prioritäten und Nachrangigkeiten der vielen kirchlichen Arbeitsfelder geklärt werden müsse.
Neben ihrem Schwerpunktthema werden sich die 108 Synodalen, in der Mehrzahl Laien, mit zwei neuen Kirchengesetzen zur Ausbildung der Theologen in der Praxis und an den Universitäten befassen. Für die Ökumene bedeutsam ist die Anfrage des Synodalen Martin Ost, Dekan im mittelfränkischen Markt Einersheim, ob es mittlerweile eine Vereinbarung zwischen den Kirchen gebe, nach der sich evangelische Christen bei der Teilnahme an der katholischen Eucharistie mit einem Handzeichen zu erkennen geben. Damit greift der Dekan einen Vorschlag des katholischen Regensburger Diözesanbischofs Müller und des evangelischen Regionalbischofs Weiss auf.
Die Landessynode tagt zwei Mal im Jahr in unterschiedlichen bayerischen Städten. Während die Herbstsynode dem kirchlichen Haushalt und Finanzfragen gewidmet ist, beraten die Synodalen bei ihrer Frühjahrstagung ein inhaltliches Schwerpunktthema.