Landesbischof Friedrich: Meiserstraße in München beibehalten

Meldung lang | epd - Landesdienst Bayern

Landesbischof Friedrich: Meiserstraße in München beibehalten

Erinnerung an den Kampf für die Unabhängigkeit der Kirche

Der bayerische evangelische Landesbischof Johannes Friedrich hat sich für die Beibehaltung der Meiserstraße in München ausgesprochen. Die massiven antijüdischen Äußerungen des ersten bayerischen Landesbischofs Hans Meiser (1881 - 1956) seien zwar "außerordentlich kritisch" zu sehen, sagte Friedrich am Montag bei einer Pressekonferenz am Rande der in Ansbach tagenden Landessynode. Die Änderung des Straßennamens, wie sie vor einigen Wochen der Nürnberger Stadtrat für die dortige Meiserstraße beschlossen hat, sei jedoch "nicht die richtige Form der Vergangenheitsbewältigung".

Bei der Bewertung der Rolle Meisers müsse auch gesehen werden, dass der damalige Landesbischof wegen seines Eintretens für die Unabhängigkeit der Kirche von den Nationalsozialisten in seinem Münchner Dienstsitz, dem heutigen Landeskirchenamt, für drei Wochen unter Hausarrest gehalten wurde. Die darauf folgende große Solidaritätsbekundung fränkischer Bauern für den Bischof, sei gleichsam eine "Demonstration gegen Hitler" gewesen.

Die Umbenennung einer Straße sei nicht die Sache eines Bischofs, sagte Friedrich weiter. In München sei jedoch das Landeskirchenamt, die Verwaltungszentrale der 2,6 Millionen Protestanten in Bayern, Anlieger der Meiserstraße. Eine Tafel vor dem Gebäude solle deshalb das gesamte Wirken Meisers dokumentieren, kündigte Bischof Friedrich an. Er selbst habe bereits einen Entwurf für eine derartige Gedenktafel skizziert.

(Artikel vom 19.03.2007)