Evangelische Kirche sorgt sich um Rosenthal-Arbeitsplätze
Evangelische Kirche sorgt sich um Rosenthal-Arbeitsplätze
Regionalbischof schreibt an Porzellanhersteller und Minister Huber
Für den Erhalt der Arbeitsplätze in den Rosenthal-Werken Selb und Speichersdorf hat sich der evangelische Regionalbischof Wilfried Beyhl (Bayreuth) eingesetzt. In Briefen an den bayerischen Wirtschaftsminister Erwin Huber (CSU) und Rosenthal-Vorstand Ottmar C. Küsel wies Behyl auf die schwierige Arbeitsmarktsituation im strukturschwachen Norden Bayerns hin. Der Stellenerhalt müsse Vorrang haben vor der von Aktionären geforderten Gewinnmaximierung. Der Porzellanhersteller will in der Fertigung bis zu 380 Stellen streichen.
"Wir möchten Ihnen den Rücken stärken für die Lösungsmodelle", womit die meisten Arbeitsplätze in der Region erhalten werden könnten, schrieb der Bischof in dem am Dienstag bekanntgewordenen Brief an den Porzellanhersteller. Behyl verwies auf die Verlässlichkeit der Belegschaft und ihre Verbundenheit mit dem Unternehmen. Über Betriebsvereinbarungen seien bereits Einkommenseinbußen zur Konsolidierung hingenommen worden. Die Christen und Gemeinden der Region würden um "Weisheit und waches Gewissen" der Verantwortlichen beten.
Ungeachtet der aktuellen Diskussion um die beiden oberfränkischen Standorte appellierte Beyhl in einem Brief an Minister Huber an die Politik, durch Strukturhilfen und Investitionsprogramme zur Neuansiedlung von Betrieben in der Region beizutragen. "Die Menschen haben es verdient, dass die Politik ihren ganzen Einfluss für die Erhaltung der Arbeitsplätze geltend macht", betonte der Bischof.


