Gemeinsam für den Sonntagsschutz

Meldung lang | epd - Landesdienst Bayern

Gemeinsam für den Sonntagsschutz

Erzbischof und Regionalbischof warnen vor schleichender Aushöhlung =

Die beiden großen Kirchen wollen gemeinsam für den Sonntagsschutz, vor allem an besonders geprägten Sonntagen, kämpfen. Bei einer ökumenischen Begegnung des erzbischöflichen Ordinariats Bamberg und des evangelischen Kirchenkreises Bayreuth kündigten Erzbischof Ludwig Schick und Oberfrankens evangelischer Regionalbischof Wilfried Behyl (Bayreuth) am Wochenende konkrete Schritte zur Bewahrung der Sonntagskultur an. So soll ein gemeinsamer Brief an die Kommunen sowie an den Einzelhandel deutlich machen, dass "Sonntagsschutz vor Ladenöffnung" geht. Auch ein entsprechender Vorstoß beim Städtetag wird erwogen.

"Sonntagsschutz ist nicht nur der Kirchen wegen, sondern um der Gesellschaft willen wichtig", sagte der Bamberger Erzbischof. Es gebe ein neues kritisches Nachdenken in der Bevölkerung darüber, ob es künftig nur noch Werktage und Kommerz geben solle. Nach den Worten von Regionalbischof Behyl muss verhindert werden, dass eine schleichende Ausweitung der verkaufsoffenen Sonntage über die vier Marktsonntage hinaus erfolge. Vor allem die Adventssonntage, der Totensonntag und der Palmsonntag dürften keinesfalls angetastet werden.

Bei der ökumenischen Begegnung - sie findet seit 1996 in zweijährigem Turnus abwechselnd in Bayreuth und Bamberg statt - schlossen die beiden Oberhirten auch eine Vereinbarung über ökumenische Gottesdienste bei nichtkirchlichen Festen und Jubiläen ab. In konfessionell gemischten Gebieten und Orten soll grundsätzlich ein ökumenischer Gottesdienst bei solchen säkularen Ereignissen gefeiert werden. An Sonn- und Feiertagen solle jedoch darauf geachtet werden, dass katholische Christen an einer Eucharistiefeier, etwa in einer Vorabend- oder Frühmesse, teilnehmen können.

(Artikel vom 29.04.2007)