Belastender Job für Polizisten

Meldung lang | epd - Landesdienst Bayern

Belastender Job für Polizisten

Münchner Regionalbischöfin Breit-Keßler besuchte Inspektionen der Bundespolizei

Schlägereien zwischen Betrunkenen, Sachbeschädigung durch Graffiti, Suizide und Unfallopfer: Bei einem Besuch in der Bundespolizeiinspektion München am Hauptbahnhof hat sich die evangelische Regionalbischöfin für München und Oberbayern, Susanne Breit-Keßler, über den Arbeitsalltag der Beamten informiert. "Mich beeindruckt, mit welchen Schicksalen und Extremsituationen menschlichen Lebens die Beamten Tag für Tag konfrontiert sind", sagte Breit-Keßler am Mittwoch dem epd. Die Evangelisch-lutherische Landeskirche in Bayern hat drei Pfarrer für die Seelsorge bei der Bundespolizei freigestellt. Deutschlandweit sind 17 evangelische Seelsorger und 12 katholische Pfarrer bei der Bundespolizei tätig.

Die Polizei-Dienststelle am Münchner Hauptbahnhof betreut das mit 442 Kilometern und 750.000 Reisenden pro Tag größte S-Bahnnetz Deutschlands. Hinzu kommen Sondereinsätze bei politischen Gipfeltreffen oder Fußballspielen. Insgesamt, so Dienststellenleiter Berthold Ottmann, sei der Münchner Hauptbahnhof relativ sicher: Bei den Eigentums- und Köperverletzungsdelikten liege er im bundesweiten Vergleich im hinteren Bereich. Die Zusammenarbeit mit Werner Blechschmidt, dem evangelischen Pfarrer bei der Bundespolizei in Bayern, sei von großer Bedeutung: "Er ist Mediator in Konfliktsituationen und Ansprechpartner für belastete Kollegen", so Ottmann.

Regionalbischöfin Breit-Keßler zeigte sich erschüttert von den Berichten der Beamten über den sinkenden Respekt und die steigende Gewaltbereitschaft gerade von jungen Menschen. Die Kirchen hätten die Aufgabe, dieser gesamtgesellschaftlichen Situation entgegenzusteuern. Eine Möglichkeit, so Breit-Keßler, sei der Religionsunterricht, der noch intensiver den Fokus auf die Wertevermittlung legen müsse. Zum Besuchsprogramm der Regionalbischöfin gehörte neben dem Hauptbahnhof auch das Bundespolizeipräsidium Süd und die Inspektionsgruppe am Flughafen.

(Artikel vom 23.05.2007)