"Auch weiterhin Schwesterkirchen auf Augenhöhe"
"Auch weiterhin Schwesterkirchen auf Augenhöhe"
Regionalbischof Beyhl: Dankbar für Reaktion katholischer Theologen
Das Vatikan-Papier zum Status der Kirche hat nach Beobachtung des evangelischen Regionalbischofs Wilfried Beyhl auch bei katholischen Christen Unverständnis und Befremden ausgelöst. "Ich bin sehr dankbar für die Reaktionen von katholischen Theologen, die mich erreicht haben", sagte Beyhl am Donnerstag dem epd. Darin werde der Wunsch zum Ausdruck gebracht, dass sich katholische und evangelische Kirche auch weiterhin als Schwesterkirchen "auf Augenhöhe" begegnen sollen.
Der im Einvernehmen mit Papst Benedikt XVI. herausgegebene Text der katholischen Glaubenskongregation steht Beyhl zufolge im krassen Widerspruch zur gemeinsamen Anerkennung der Taufe. "Die ökumenisch orientierten katholischen Christen werden sich am stärksten verärgert fühlen", sagte Beyhl. Das Papier könne zu einem Autoritätsverlust des Papstes führen. "Unsere katholischen Freunde sagen uns: Regt Euch nicht auf über jede Äußerung aus Rom."
In der ökumenischen Praxis - etwa bei Veranstaltungen mit dem Bamberger Erzbischof - werde ganz selbstverständlich gegenseitig von 'Schwesterkirchen' gesprochen. Die evangelischen Christen könnten souverän und gelassen als Kirche Jesu Christi auftreten. Sie seien nicht abhängig von einer Definition aus Rom, mit der sich die römisch-katholische Kirche nur selbst isoliere.
Beyhl räumte ein, dass die katholische Kirche durchaus das Recht habe, ihr Kirchenverständnis zu definieren. "Wir haben freilich eine andere Definition von Kirche, die auf dem Neuen Testament basiert: als die Gemeinschaft der Glaubenden."


