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Veröffentlicht auf EPV - Evangelischer Presseverband für Bayern (http://www.epv.de)

Mehrere tausend Besucher bei 1. Nacht der offenen Kirchen in Würzburg

Mehrere tausend Besucher bei 1. Nacht der offenen Kirchen in Würzburg

Als Fürstbischof Lorenz von Bibra, der 1518 den Augustinermönch Martin Luther empfing, trat der evangelische Würzburger Dekan Günter Breitenbach bei der 1. Nacht der offenen Kirchen auf. Gekleidet in einen goldbestickten Chormantel diskutierte er in der vollbesetzten Augustinerkirche mit dem Prior des Augustinerklosters Peter Reinl in der Rolle des Reformators über die kirchlichen Verhältnisse vor fast 500 Jahren. Für ihren Dialog und ihren anschließenden heiter-ironischen Blick auf die heutige kirchliche Situation aus himmlischer Sicht erhielten beide viel Beifall.

Die Augustinerkirche mit der Grabplatte von Luthers Lehrer und späterem Gegner Bartholomäus von Usingen war eine von 16 Kirchen der Innenstadt die - mit Kerzen an den Eingängen illuminiert - zum Vorbeischauen und Verweilen einluden. Unter dem Motto "Treffen Sie Gott und die Welt..." wurden sie für mehrere tausend Besucher zu Orten der Begegnung, des Gesprächs, des Feierns, der Kunst, der Kultur, aber auch der Stille und der Meditation "Ökumenische Weite" erlebten sie in der evangelisch-methodistischen Kirche bei Bibellesungen auf Aramäisch, Koreanisch und Russisch sowie auf Fränkisch, Schwäbisch und Plattdeutsch.

Wegen Überfüllung zeitweise geschlossen werden musste die Adalberokirche mit einer Licht-Musik-Installation. Alte und neue Kunst stand im Dom im Rampenlicht, um die Entwicklung des menschlichen Wissens ging es bei einer Expertendiskussion in der St. Johanniskirche. Eine Premiere gab es in St. Stephan wo der katholische Domkapellmeister Martin Berger und der evangelische Dekanatskantor Christian Heidecker gemeinsam an zwei Orgeln improvisierten.

(Artikel vom 03.10.2007)

URL:
http://www.epv.de/node/3654