Bereits vor Beckstein standen Protestanten an der Spitze Bayerns (Extra)
Bereits vor Beckstein standen Protestanten an der Spitze Bayerns (Extra)
Bereits vor Günther Beckstein standen evangelische Politiker an der Spitze Bayerns. Im Königreich Bayern war der evangelische Freiherr Ludwig von der Pfordten (1811-1880) insgesamt zwölf Jahre lang Ministerpräsident. In den Jahren 1919/20 leitete der protestantische Volksschullehrer und SPD-Politiker Johannes Hoffmann (1867-1930) die bayerische Regierung, die nach Niederschlagung der Münchner Räterepublik neu gebildet worden war. Nach dem ersten Weltkrieg amtierte der Protestant Gustav Ritter von Kahr (1862-1934) als Ministerpräsident.
Zu Beginn seiner Amtszeit sympathisierte der konservative Jurist mit Hitler und den Nazi-Organisationen. Den Putsch Hitlers im November 1923 ließ von Kahr jedoch niederschlagen. Während der "Röhm-Affäre" wurde von Kahr, der inzwischen Präsident des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs war, am 30. Juni 1934 im KZ-Dachau ermordet.
Seit Ende des Zweiten Weltkriegs ist der aus Nürnberg stammende Beckstein (63) der erste Protestant im Amt des bayerischen Ministerpräsidenten. Den bisherigen Innenminister hatte der Landtag am Dienstag in München zum Nachfolger von Edmund Stoiber gewählt.


