Bestechlichkeit wirkt wie gesellschaftliches Gift

Meldung kurz | epd - Landesdienst Bayern

Bestechlichkeit wirkt wie gesellschaftliches Gift

Nürnberger Regionalbischof zum Schiedsrichterskandal

Der Nürnberger Regionalbischof Karl-Heinz Röhlin hat angesichts des Wettskandals um den Fussballschiedsrichter Robert Hoyzer Lehrer und Erzieher aufgerufen, ihre Vorbildrolle ernst zu nehmen. Gerechtigkeit, Fairness und Unbestechlichkeit müssten im eigenen Verhalten deutlich werden, sagte Röhlin, der früher selbst Fußballschiedsrichter war, am Freitagabend vor angehenden Religionslehrern in Erlangen. Röhlin: "Regelverletzungen von Autoritätspersonen wirken wie Gift."

Wenn ein Schiedrichter die Spielregeln verletze, die er eigentlich schützen solle, sei dies ein verheerendes Signal. Der gesellschaftliche Schaden reiche weit über den Fußballplatz hinaus. Kritisch äußerte sich der Regionalbischof zur Praxis des DFB, 15- bis 16-jährige Nachwuchsschiedsrichter bei Seniorenspielen einzusetzen und Referees im Studentenalter in Profilligen pfeifen zu lassen. Offensichtlich seien nicht alle dieser Verantwortung gewachsen.

(Artikel vom 31.01.2005)