Evangelische Gehörlosenseelsorge feierte 100-jähriges Bestehen

Meldung lang | epd - Landesdienst Bayern

Evangelische Gehörlosenseelsorge feierte 100-jähriges Bestehen

Bischof Friedrich: Gehörlose brauchen Anerkennung - Gemeinden in 15 Städten

Mit einem großen Festgottesdienst hat die evangelische Gehörlosenseelsorge in Bayern am Wochenende in Nürnberg ihr 100-jähriges Bestehen gefeiert. Der bayerische Landesbischof Johannes Friedrich erinnerte in seiner Predigt an die schwierigen Anfänge dieser kirchlichen Aufgabe. Ausdrücklich würdigte Friedrich das Engagement, das heute in 15 Gehörlosengemeinden mit rund 2.400 Mitgliedern geleistet wird.

Heute wie damals sei es wichtig, Gehörlosen öffentliche, gesellschaftliche Anerkennung zuteil werden zu lassen. Gehörlose und auch andere Menschen mit Behinderungen seien keine Pflegefälle, sondern aktive Mitbürger, die sich mit ihren Fähigkeiten in Kirche und Gesellschaft einbringen wollten, sagte der Bischof. Seine Worte wurden in die Deutsche Gebärdensprache übersetzt. Der erste evangelische Gottesdienst für gehörlose Menschen in Bayern fand 1907 in Nürnberg statt.

Gehörlose Menschen brauchen nach Überzeugung des landeskirchlichen Gehörlosenpfarrers Joachim Klenk (Nürnberg) eigene Gemeinden mit eigener Seelsorge und Sozialarbeit. Wegen erheblicher Kommunikationsbarrieren seien die örtlichen Kirchengemeinden keine Alternative. Der Gottesdienstbesuch in den Gehörlosengemeinden liegt nach Angaben Klenks zwischen 20 und 30 Prozent und damit weit höher als bei normalen Gottesdiensten.

Internet: www.egg-bayern.de.

(Artikel vom 14.10.2007)