Gemeinsame spirituelle Wurzeln von Christen und Muslimen bewusst machen
Gemeinsame spirituelle Wurzeln von Christen und Muslimen bewusst machen
Publik-Chefredakteur Quarch: Tragfähiger Boden für kontroverse Diskussionen
Die Beziehungen zwischen Christen und Muslimen würden sich nach Ansicht des Chefredakteurs der christlichen Zeitschrift "Publik Forum", Christoph Quarch, sofort verbessern, wenn sie sich der gemeinsamen spirituellen Wurzeln ihres Glaubens bewusst würden. "Es gibt Ebenen zwischen beiden Religionen, auf denen Begegnung sehr einfach ist", sagte der Theologe und Philosoph am Dienstagabend bei einem Vortrag und einer Lesung aus seinem neuen Buch "Die Erotik des Betens" (Kösel-Verlag, München, 2007) in der Evangelischen Stadtakademie München. Dazu gehöre das gleiche mystische Erbe. "Das kann ein tragfähiger Boden sein, auf dem wir uns dann bei strittigen Fragen viel leichter auseinandersetzen können."
Quarch hat in seinem Buch Gebete und Gedanken der deutschen christlichen Mystikerin Mechthild von Magdeburg und des persischen Sufi-Poeten, Wissenschaftlers und Koran-Lehrers Dschelaleddin Rumi, die beide vor 800 Jahren geboren sind, nebeneinander gestellt. "Beide sind erfüllt von einer verzehrenden Leidenschaft, die den Kreis des Menschlichen übersteigt und sie über sich selbst und die Welt hinausträgt in die Wirklichkeit Gottes", fasste Quarch ihre nahezu deckungsgleichen Gebets- und Meditationsansätze zusammen. Der Autor zahlreicher spiritueller Bücher will im nächsten Jahr zusammen mit einem muslimischen Freund aus seinen Werken in Moscheen lesen.


