Bayerischer Innenminister Herrmann fordert Scientology-Verbot
Bayerischer Innenminister Herrmann fordert Scientology-Verbot
Eltern sollen bei Auswahl von Nachhilfeeinrichtungen vorsichtig sein
Die Scientology-Organisation muss nach Ansicht des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann (CSU) in Deutschland verboten werden. Er halte Scientology für eine "verfassungsfeindliche Organisation", sagte Hermann in einem Interview mit dem katholischen Passauer Bistumsblatt (Ausgabe zum 3. Februar). In ihrem System würden die Menschen- und Grundrechte abgeschafft.
Die "Sekte" habe nur die Weltherrschaft im Auge und wolle Menschen finanziell ausbeuten, kritisierte der CSU-Politiker. Zudem empfahl der Innenminister Eltern, bei der Wahl von Kinder- und Nachhilfeeinrichtungen vorsichtig zu sein, weil die Organisation auch dort versuche, Einfluss auszuüben.
Die Scientology-Organisation wird in Deutschland seit 1997 durch den Verfassungsschutz beobachtet. Grund seien "Anhaltspunkte für Bestrebungen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung". Der Organisation gehören nach Schätzungen des Verfassungsschutzes bis zu 6.000 Mitglieder an.
Scientology wurde 1954 von dem US-amerikanischen Science-Fiction-Autor Lafayette Ronald Hubbard (1911-1986) gegründet. Nach eigenen Angaben betreibt Scientology mit Zentralsitz in den USA heute rund 7.000 "Kirchen", Missionen und Gruppen in 156 Ländern mit mehreren Millionen Anhängern. Experten zufolge sollen es jedoch weit weniger als eine Million Sympathisanten sein.
Der Beitrag lag epd vorab in nachrichtlicher Fassung vor


