Bayerns größter evangelischer Kirchenneubau

Meldung lang | epd - Landesdienst Bayern

Bayerns größter evangelischer Kirchenneubau

Kirche setzt Signal in der Boomstadt Herzogenaurach

Im mittelfränkischen Herzogenaurach entsteht der derzeit größte evangelische Kirchenneubau in Bayern. Das 3,5-Millionen Projekt soll ein Zeichen protestantischen Selbstbewusstseins in der 28.000-Einwohner-Stadt sein, die dank der Großunternehmen Adidas, Puma und INA-Schaeffler derzeit einen enormen Wirtschaftsboom erlebt, wie Vertreter der Kirchengemeinde am Freitag vor Journalisten erklärten. Als im Jahr 1933 die jetzige Kirche eingeweiht wurde, lebten nur 200 Evangelische im katholischen Herzogenaurach, heute sind es 5.900.

"Andernorts werden Kirchengebäude zurückgebaut oder abgerissen, wir haben den Mut zur Erweiterung", sagte Gemeindepfarrer Martin Strack. Ein weithin sichtbarer 33 Meter hoher Kirchturm soll die evangelische Präsenz unterstreichen. Ungewöhnlich ist auch die Innenraumkonzeption. Die Pläne des Münchner Architekten Eberhard Wimmer, der sich gegen 24 Mitbewerber durchsetzte, sollen der neu erwachten Sehnsucht nach heiligen Räumen Rechnung tragen.

Eine zentrale "Verkündigungsinsel" mitten im Gebäude, um die sich die Gemeinde, so Wimmer, "wie bei der Bergpredigt lagert", soll ein ganz besonderes Gottesdienstgefühl schaffen. Der Neubau hält zudem die Vergangenheit in Erinnerung: Er umschließt die alte Kirche, deren Reste sichtbar bleiben, wie ein weiter Mantel. Baubeginn soll im Juni sein, Fertigstellung im September 2009.

Der Herzogenauracher Wirtschaftsaufschwung hat Geld in die Stadtkasse gespült. Deshalb beteiligt sich die Stadt mit erklecklichen 800.000 Euro an den Baukosten. Eine Million Euro kommt von der Landeskirche, eine weitere Million hat die Gemeinde angespart. Die fehlenden 700.000 Euro sollen von Spendern kommen. Die Gemeinde hofft dabei auf gut verdienende evangelische Zuzügler aus aller Welt, die durch das Firmenwachstum in die Stadt gekommen sind.

(Artikel vom 15.02.2008)