Glaube soll in die Gesellschaft ausstrahlen
Glaube soll in die Gesellschaft ausstrahlen
Landessynode bezieht Position zu aktuellen Themen - (Zusammenfassung)
Die evangelische Landeskirche will ihre missionarischen Aktivitäten verstärken. Kirchliche Mitarbeitende sollen dafür entsprechend geschult werden, sagte die neue Präsidentin der Landessynode, Dorothea Deneke-Stoll, am Dienstag vor Journalisten in Bayreuth. Kirchliche Mitarbeiter sollten "ihren Glauben in die Gesellschaft ausstrahlen können", so die Ingolstädter Richterin.
Landesbischof Johannes Friedrich sagte in seinem Bericht vor der Synode, dass die religiöse Sozialisation von Kindern "höchste Priorität" haben müsse, da diese in vielen Familien inzwischen völlig abgerissen sei. Junge Leute anlocken solle eine spezielle "Jugendkirche" in Nürnberg. Im Umgang mit gewaltbereiten Jugendlichen komme der Bildung eine entscheidende Rolle zu. Wer sich mit sprachlichen Mitteln nicht behaupten könne, greife zur Gewalt, sagte Friedrich. Das Sprachproblem sei jedoch kein reines "Ausländerproblem".
Im Hinblick auf die Diskussion um das Recht für homosexuelle Paare auf Adoption von Kindern bezog der Landesbischof eine klare ablehnende Position: Er werde sich vehement gegen Pläne für ein volles Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare wenden. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) hatte vorgeschlagen, auch für homosexuelle Paare das volle Adoptionsrecht einzuführen. Bisher darf in einer Lebenspartnerschaft ein Partner lediglich das Kind seines Partners adoptieren.
Ausdrücklich sprach sich Friedrich für den Bau von Moscheen aus. Islamische Gotteshäuser könnten die Integration von Muslimen fördern. Die "grundsätzliche Akzeptanz" von Moscheen in der Gesellschaft könne einer Islamisierung von muslimischen Bürgerinnen und Bürgern entgegen wirken, betonte Friedrich in seinem Bericht vor der Landessynode.
Landesbischof und das Synodenpräsidium betonten weiter die Notwendigkeit, sich mit Fremdenfeindlichkeit und Rassismus auseinander zu setzen. Der neue Vizepräsident der Landessynode aus Wunsiedel, Landrat Peter Seißer (SPD), rief die Kirche auf, eigene Fehler während der NS-Zeit deutlich zu machen.
Die Grünen-Politikerin und Synodale Christine Scheel unterstützte das Vorhaben der Kirche, sich mehr für den Klimaschutz zu engagieren. Die Synode müsse dieses Thema stärker in die Gesellschaft tragen.


