Kirche macht Klimawandel zum Thema
Bayerische Landessynode will künftig mehr inhaltliche Akzente setzen
Die evangelische Landeskirche in Bayern will sich in den nächsten Jahren intensiv mit Klimaschutz, Bildung, Ökumene und Mission befassen. Zum Schwerpunktthema "Klimawandel" soll es im Frühjahr 2009 eine eigene Tagung geben, beschloss das Kirchenparlament am Donnerstag in Bayreuth. Beraten werden soll dann auch über einen Antrag zur Einführung eines Tempolimits von maximal 120 Stundenkilometern auf deutschen Autobahnen. In diesem Jahr soll zudem noch eine "Klimawoche" stattfinden.
Die Landessynode, der über die Hälfte der 108 Mitglieder erstmals für die Legislaturperiode von sechs Jahren angehören, kündigte an, künftig mehr inhaltliche Akzente setzen zu wollen. Für eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Folgen des Klimawandels hatte sich die neue Synodalpräsidentin Dorothea Deneke-Stoll bereits in ihrer Antrittsrede stark gemacht. Die Bewahrung der Schöpfung sei ein ureigenes Thema der Kirche.
Einem Beschluss der Synode zufolge sollen die rund 1.540 evangelischen Kirchengemeinden künftig nur noch fair gehandelte Waren einkaufen und auf entsprechende Gütesiegel achten. Damit soll vermieden werden, dass Waren gekauft werden, die mit Hilfe von Kinderarbeit hergestellt wurden.
Zum Abschluss der Tagung erklärte Deneke-Stoll, sie wünsche sich für die nächsten Jahre eine "missionarische Ausstrahlung" der Kirche. In diesem Sinne beschloss die Landessynode auch die Errichtung von fünf zeitlich befristeten Sonderpfarrstellen zur Vorbereitung des ökumenischen Kirchentags im Mai 2010 in München. Die Pfarrer sollen das "bayerische Profil" des Kirchentags entwickeln und die Kirchengemeinden und Dekanatsbezirke bei ihren Aktivitäten für das Laientreffen unterstützen. Auf die wachsende Zahl der Ehrenamtlichen hatte Landesbischof Johannes Friedrich verwiesen.
Die nächste Landessynode tagt vom 22. bis 26. November im niederbayerischen Straubing. Im Mittelpunkt werden traditionell die Beratungen über den landeskirchlichen Haushalt stehen.