Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau Barbara Distel geht in Ruhestand

Meldung lang | epd - Landesdienst Bayern

Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau Barbara Distel geht in Ruhestand

Die Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau, Barbara Distel, soll im Juli mit 65 Jahren in den Ruhestand gehen. Das hat der Stiftungsrat der Stiftung Bayerische Gedenkstätten entschieden, wie das Kultusministerium am Freitag mitteilte. Eine Verlängerung der Dienstzeit, wie sie Distel gewünscht hatte, wurde damit ausgeschlossen.

Barbara Distel, die die Gedenkstätte 33 Jahre lang leitete, habe sich außergewöhnlich "in der Erziehungsarbeit für Demokratie und das Vergessen" engagiert, erklärte der Stiftungsratsvorsitzende, Kultusminister Siegfried Schneider. Mit ihrer Arbeit habe sie für die historische Aufklärung über die NS-Barbarei in Deutschland Maßstäbe gesetzt. Auch nach ihrer Pensionierung werde sie der Gedenkstättenarbeit "eng verbunden bleiben", so Schneider. Die Neubesetzung soll im Sommer erfolgen.

Barbara Distel war maßgeblich am Aufbau der KZ-Gedenkstätte Dachau beteiligt. Sie übernahm 1975 die Leitung der Gedenkstätte und bekam für ihre Arbeit zahlreiche Auszeichnungen, wie den Geschwister-Scholl-Preis oder die Ehrendoktorwürde der TU Berlin. Distel ist Mitglied im International Advisory Board des Simon-Wiesenthal Center, im Beirat der Stiftung Topographie des Terrors und des Hauses der Wannseekonferenz in Berlin. Die KZ-Gedenkstätte Dachau besuchen jährlich rund 800.000 Besucher aus 150 Ländern.

(Artikel vom 18.04.2008)