Erzieherinnen fordern von Kirche 20 Prozent mehr Gehalt

Meldung lang | epd - Landesdienst Bayern

Erzieherinnen fordern von Kirche 20 Prozent mehr Gehalt

Unterschriftenliste an Landeskirchenamt

Mit Protestaktionen wollen Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen gegen die Bezahlung der evangelisch-lutherischen Kirche protestieren. "Wir fordern eine Lohnerhöhung von zwanzig Prozent" heißt es in einem Aufruf des pädagogischen Personals aus dem Kirchenbezirk München-Oberbayern, der zusammen mit 626 Unterschriften aus 48 Kindertagesstätten der Leiterin des Landeskirchenamts, Karla Sichelschmidt, überreicht worden ist.

Die Erwartungen an das Kindergartenpersonal evangelischer Einrichtungen sei in den letzten Jahren "enorm gestiegen", erklärte die Organisatorin der Aktion, Erzieherin Birgit Mahrt (Bad Tölz) auf epd-Anfrage. Trotz fünfjähriger Ausbildung und steigenden Arbeitsanforderungen sei der Lohn seit Jahren nicht gestiegen. Vielmehr sei die Arbeitszeit im Januar 2005 ohne Lohnausgleich von 38,5 auf 40 Wochenstunden erhöht worden. Mit einer Unterschriftenaktion wolle das kirchliche Personal des Kirchenbezirks sich nun solidarisieren und auf die Missstände aufmerksam machen.

Unterstützung bekommen die Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen von den Dekanen im Kirchenkreis München. Diese stellten in ihrer letzten Konferenz einen Antrag an die Arbeitsrechtliche Kommission (ARK), das "kirchliche Tarifwerk zu überdenken und zu korrigieren". Derzeit setze die Kommission, die die Tarife zwischen Landeskirche und kirchlichen Arbeitnehmern aushandelt, ein "falsches Zeichen". Die Arbeit von Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen müsse besser gewürdigt werden.

Der Bad Tölzer Dekan Martin Steinbach erklärte, er werde die Gehaltsforderungen des Kindergartenpersonals unterstützen. Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen würden Kinder nicht nur ausbilden, sondern unterstützten die Eltern auch bei deren Erziehungsauftrag. Diese Arbeit sei viel Wert. Das müsse auch in der Entlohnung ausgedrückt werden. "Wir müssen umdenken", forderte Steinbach.

(Artikel vom 13.05.2008)