Kreuz in den Schulen nicht mit dem Kopftuch vergleichbar
Kreuz in den Schulen nicht mit dem Kopftuch vergleichbar
Kirchen fordern "Grüne" auf: Parteitagsbeschluss revidieren
Die Kirchen haben die "Grünen" eindringlich aufgefordert, den Beschluss ihres Landesparteitags in Augsburg, der sich gegen alle religiösen Symbole in den Schulen wendet, zurückzunehmen. Der Beschluss fördere im Namen einer "falsch verstandenen Gleichbehandlung" ein "Klima der Intoleranz, Unfreiheit und Religionsfeindlichkeit", betonen der evangelische Landesbischof Johannes Friedrich und die bayerische Synodalpräsidentin Dorothea Deneke-Stoll in einer am Mittwoch in München veröffentlichten Erklärung.
Religiöse Symbole wie das Kreuz, die Nonnentracht oder die jüdische Kopfbedeckung "Kippa" seien nicht mit dem Kopftuch zu vergleichen, so der Bischof und die Präsidentin des Kirchenparlaments der 2,6 Millionen bayerischen Protestanten. Denn das Kopftuch werde weltweit vielfach als Symbol eines islamistischen Menschenbildes eingesetzt, das sich gegen die Gleichstellung von Mann und Frau wende. Viele muslimische Mädchen und Frauen müssten das Kopftuch als "Ausdruck ihrer Unterordnung" tragen.
Der katholische Münchner Erzbischof Reinhard Marx bezeichnete den Beschluss der "Grünen" als "lebensfremd". Wer gläubige Menschen in Bayern mit einer derartigen Forderung vor den Kopf stoße, stelle sich selbst "ins gesellschaftliche und politische Abseits", betonte Marx in einer Pressemitteilung. Das Kreuz sei kein "Kampfinstrument gegen Andersdenkende", sondern ein Zeichen für die Bereitschaft, an einer humanen Gesellschaft mitzuwirken. Das Landeskomitee der Katholiken fordert die "Grünen" auf, sich von dem Beschluss zu distanzieren.


