Lehrer- und Elternverbände fordern kleinere Schulklassen

Meldung lang | epd - Landesdienst Bayern

Lehrer- und Elternverbände fordern kleinere Schulklassen

Positionspapier will Verbesserungen des bestehenden Systems erreichen

Für kleinere Klassen und mehr Lehrer hat sich ein Zusammenschluss von neun Eltern- und Lehrerverbänden am Donnerstag in München ausgesprochen. In einem Positionspapier, das an Kultusminister Siegfried Schneider (CSU) überreicht wurde, forderten die Verbände zudem eine bessere Beratung der Eltern bei der Schullaufbahn ihrer Kinder sowie eine Erhöhung der Durchlässigkeit zwischen den Schulsystemen.

"Wir halten nichts von einer Strukturreform, sondern möchten Verbesserungen im bestehenden System", erklärte Sprecher Anton Huber vom Bayerischen Realschullehrerverband (blrv). Gegen eine grundsätzliche Strukturdebatte sprach sich auch der Kultusminister aus: "Wir dürfen uns nicht verzetteln, sondern müssen unsere Arbeit tun." Insgesamt könne sich Bayern mit seiner Schulpolitik "mehr als sehen lassen". Es seien aber auch noch einige Aufgaben zu bewältigen.

Die Klassengröße in Gymnasien solle künftig auf 30 Schüler und in Grundschulen auf 25 Schüler reduziert werden. Dafür werde die Zahl der Lehrer erhöht, sagte der Minister. Auch wolle die Staatsregierung Schüler mit Migrationshintergrund besonders fördern.

Unterzeichnet wurde das Positionspapier von Elternverbänden der öffentlichen Wirtschaftsschulen, der Realschulen, Gymnasien und Fachoberschulen in Bayern sowie Verbänden der Realschullehrer und der Berufsschullehrer sowie vom Bayerischen Philologenverband.

Nicht unterschrieben wurde das Papier vom Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV). Erst vor kurzem hatte dieser Verband den Ausbau von Ganztagsschulen, eine bessere individuelle Förderung und eine grundlegende Reform des gegliederten Schulsystems gefordert.

(Artikel vom 11.09.2008)