Shirin Ebadi kommt zur "Toleranzpreis"-Verleihung
Shirin Ebadi kommt zur "Toleranzpreis"-Verleihung
Die iranische Menschenrechtsaktivistin und Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi soll den "Toleranzpreis" der Evangelischen Akademie Tutzing persönlich entgegennehmen. Wie Akademiedirektor Friedemann Greiner am Mittwoch in München vor Journalisten mitteilte, werde die Juristin zur Verleihung am 1. Oktober in Tutzing erwartet. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert. Sie wird alle zwei Jahre an Persönlichkeiten vergeben, die für Verständigung zwischen unterschiedlichen politischen Systemen, Religionen und Kulturen eintreten.
Im Vorfeld der Preisverleihung sei es zu teils erheblichen Schwierigkeiten gekommen, berichtete Greiner. Ebadi werde in ihrem Land bespitzelt, erhalte immer noch Todesdrohungen, und die Ausreise aus dem Iran sei ihr erschwert worden. Trotzdem sei ihr persönliches Erscheinen inzwischen sichergestellt.
Ausschlaggebend für die Auszeichnung Ebadis seien ihr Mut und ihr Engagement für die Menschenrechte im Iran. Vor dem Hintergrund des 60-jährigen Jubiläums der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte" solle Ebadis Einsatz gewürdigt werden. Die Muslimin sei "davon überzeugt, dass es keinen Widerspruch zwischen einem recht verstandenen Islam und den Menschenrechten gibt", erklärte die Jury im Vorfeld der Preisverleihung.
Den Toleranzpreis haben bisher der frühere Bundespräsident Roman Herzog (2000), der Dirigent Daniel Barenboim (2002), der Schriftsteller Henning Mankell (2004) und der Aga Khan (2006) erhalten.


